Betelnuss, Areca catechu

Areca catechu L. Arekapalme (syn. Betelnusspalme)

Familie: Arecaceae (Palmae)

Betelnusspalme

Betelnusspalme

Beschreibung

Sehr schlanke bis 25 m hohe Palme. Die Palmwedel werden bis 2 m lang. Die 150-200 Früchte pro Blütenstand besitzen die Größe eines Hühnereis und sind gelblich bis dunkelrot.

Verbreitung

Die Betelpalme kann nur in tropischen Regenwaldgebieten gedeihen. Sie kommt vorwiegend im tropischen Asien und Indien vor.

Anbau und Ernte

Zunächst müssen die Samen vorgekeimt werden. Die Schösslinge dürfen keinem zu starken Licht ausgesetzt werden und bevorzugen den Schatten. Jungpflanzen gedeihen auf verschiedenen Böden, bevorzugen jedoch einen Mix aus Muttererde und Blättern oder Torf und Lehm. In warmen tropischen Gebieten kann die Palme im Freien kultiviert werden, in europäischen Breitengraden müssen sie jedoch im Gewächshaus angezogen werden. Die Temperaturen sollen tagsüber um 26 °C und nachts um  15 °C liegen. Nach 10 bis 15 Jahren tragen die Palmen Früchte. In großen Kulturen muss auf Pilzbefall geachtet werden. Betelnüsse sollten reif geerntet werden. Um sie frisch zu halten werden sie bis zu mehrere Monate in Wasser aufbewahrt. Meist werden die frisch geernteten Nüsse verzehrt.

Übersicht

Die Areca Nuss ist der Same der Areca Palme (Areca catechu), die in vielen Gebieten des tropischen Pazifischen Asiens und in Teilen von Ost Afrika wächst. Sie ist kommerziell als getrocknete, in anderer Art haltbar gemachte Form und frisch erhältlich. Die frische Frucht hat eine grüne Schale und eine so weiche Nuss, dass sie leicht mit einem gewöhnlichen Messer geschnitten werden kann. Bei der gereiften Frucht wird die Schale gelb oder orange, und die Nuss wird holzartig hart wenn sie in der Schale trocknet. Dann kann sie nur mit einem Scheren-ähnlichen Schneider in Scheiben geschnitten werden.
Gewöhnlich werden ein paar Scheiben der Nuss in ein Betelblatt mit Kalk und je nach Geschmack Gewürznelke, Kardamom. Catechu (kattha), usw. eingerollt. Das Betelblatt hat einen frischen, pfefferartigen Geschmack, kann aber je nach der Varietät auch bitter schmecken.
Areca Nüsse werden mit dem Betelblatt wegen ihrer milden stimulierenden Wirkung gekaut, die eine leicht heiße Empfindung im Körper mit etwas erhöhter Aufmerksamkeit verursacht, obgleich die Wirkungen von Person zu Person variieren. Die Wirkung von Betel Kauen ist relativ milde und kann etwa mit dem Trinken einer Tasse Kaffee verglichen werden. Die Areca Nuss enthält Tannin, Gallensäure, einen festen öligen Gummi, ein wenig Terpineol, Lignin, verschiedene salzige Substanzen und drei Hauptalkaloide: Arecolin, Arecaidin und Guvacolin die Vasokonstriktion bewirken. Das Betelblatt das mitgekaut wird enthält auch einen Vasokonstriktor, das Eugenol. Viele Konsumenten fügen der Mischung ein kleine Menge Tabakblatt und damit Nikotin bei, das größeres Suchtpotential besitzt als die Drogen in der Nuss und dem Betelblatt.
In China, Ost und Nordost Indien werden die Areca Nüsse nicht nur mit dem Betelblatt gekaut, sondern auch bei der Herstellung von ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizinen gebraucht. Gepulverte Areca Nuss wird einigen Zahnpulvern beigemischt. Andere medizinische Anwendungen sind das Abtreiben von Bandwurm und anderen Darmparasiten entweder durch Schlucken von einigen Teelöffeln gepulverter Areca Nuss, Trinken von Abgekochtem, oder dem Einnehmen von Tabletten, die extrahierte Alkaloide enthalten.

Betelnuss

Betelnuss

Droge

Arecae semen, Arekasamen (syn. Betelnuss, Arekanuss). Es handelt sich um eine 5-7 cm lange eiförmige Frucht mit einem bis zu 10 g schweren, braunen Samen. Botanisch handelt es sich um eine einsamige Beere und keine Nuss. Der so genannte Betelbissen, besteht aus verschiedenen Komponenten: dem Betelblatt, Kalk und der Betelnuss. Das Betelblatt schmeckt erfrischend aromatisch und wirkt durch das ätherische Öl schwach anästhetisch und verdauungsfördernd. Der Kalk dient der Freisetzung der in der Nuss enthaltenen Alkaloide. Die Betelnuss liefert die Alkaloide.

Inhaltsstoffe

Betelnuss enthält verschiedene Alkaloide, u.a. Arecolin (0,1-0,6 %), welches eine Vorstufe des wirksamen Alkaloids Arecaidin (0,3-0,7 %) ist, sowie verschiedene Gerbstoffe. Arecolin ist der Methylester des Arecaidins. und wirkt auf das vegetative Nervensystem als Acetylcholinrezeptor-Agonist. Häufig kommt es als Hydrobromid in den Handel.

Arecolin

box for betel powder

Silberdose für Betelpulver, Thailand

Betelnuss-Konsumentin

Betelnuss-Konsumentin

Wirkung

Arecolin wirkt stimulierend und stimmungsaufhellend. Die in der Betelnuss vorkommenden Alkaloide besitzen die gleiche Grundstruktur und gehören zu einer ähnlichen Klasse wie das Nikotin. Zudem wird der Speichelfluss stark angeregt. In zu großen Mengen eingenommen kann es ebenfalls zu einer Verlangsamung der Herztätigkeit und Tremor hervorrufen. Mengen über 7 g der Samen können sogar tödlich wirken. Der Tod tritt dabei durch Herz- oder Atemlähmung ein. Betel ist nicht suchterzeugend.

Nebenwirkungen

Es wird angenommen, dass die hohe Rate von oralem Krebs in Indien auf das Kauen von Betelpräparaten zurückzuführen ist, wobei es unklar ist, ob sie auf das Betelblatt, die Areca Nuss oder den Tabak, der manchmal beigefügt wird, zurückzuführen ist. Es gibt eine Verbindung zwischen dem Kauen von Betelmischungen und oralem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre. Ob die Gesundheitsrisiken zwischen traditionellen Zubereitungen und denen moderner Betemischungen gleichartig sind, ist auch unklar. Die Zugabe von Tabak (der am meisten schädigenden und suchterzeugenden Komponente) zu den Mischungen wurde erst vor einigen Jahrhunderten während der Kolonialzeiteingeführt. Es sind weitere Studien notwendig, um das volle Spektrum der Nebenwirkungen, nachteiligen Rektionen und des suchterzeugenden Potentials zu verstehen.

Sucht erzeugendes Potential
niedrig

Dokumentierte Notfälle pro Jahr
unbekannt

Rechtliche Lage

Die Areca Nuss (Betel Nuss) wird  nicht kontrolliert

Literatur

Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen: Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendungen

Lexikon der Liebesmittel: Pflanzliche, mineralische, tierische und synthetische Aphrodisiaka

Liebeskraut und Zauberpflanzen: Mythen, Aberglauben, heutiges Wissen

Die neue Kräuter-Enzyklopädie. Anbau und Verwendung