Banisteriopsis Caapi – Yage, Yaje

Banisteriopsis caapi ist ein Lianengewächs aus der Familie der Malpighiaceaen und kommt in Südamerika im Bereich des oberen Amazonas und am Orinoko vor.

Verwendung: Der untere Teil des Stammes wird von den Eingeborenen in einem Mörser zerstampft, nicht selten mit anderen psychoaktiven Pflanzen (meist Nachtschattengewächsen und/oder DMT-haltigem Material) vermischt, in wenig Wasser 2-4 Stunden gekocht und abgeseiht. Der so gewonnene Aufguß wird

weiter gekocht, bis er nur noch ein Zehntel des ursprünglichen Volumens hat. Die daran gewöhnten Eingeborenen trinken von diesem Sud etwa 100 ml; an Caapi nicht gewohnte Menschen sollten mit höchstens 1/3 dieser Menge beginnen.

Wirksame Inhaltsstoffe: Harmine; bei obiger Zubereitungsweise etwa 500 mg pro 100 ml-Tasse.

Wirkungen: Die Wirkungen werden recht verschieden beschrieben, unter anderem abhängig davon, ob der Ayahuasca-Trank von einem Weißen oder von einem Indianer eingenommen wird. Auch hat fast jeder Medizinmann sein eigenes Rezept. Indianer nehmen den Ayahuasca-Trank nicht nur in kultischem Zusammenhang ein, sondern gelegentlich auch nur wegen der Rauschwirkung. Ayahuasca wird verwendet, um mit Geistern oder Ahnen in Verbindung zu treten, um in Visionen zu erfahren, wie eine Heilung bewerkstelligt werden kann, um Hellsehen zu können, oder auch, um bei Mannbarkeitsritualen Visionen her- vorzurufen. Besonders die visionären Begegnungen mit als real erlebten Wesen aus an- deren Dimensionen dürften auf zugefügte DMT-haltige Pflanzen, insbesondere Psychotria viridis, zurückzuführen sein. Harmin-Alkaloide machen DMT auch oral wirksam. Es wird gelegentlich von gewalttätigen Szenen berichtet. Weiße, die Aya- huasca nahmen, äußern sich etwas zurückhaltender. Die Halluzinationen verändern das Sehen, vor allem das Farbsehen, das Hören, die Größenwahrnehmung verändert sich häufig. Gelegentlich werden auch phantastische Landschaften und wilde Tiere gesehen, es können sich sexuelle Empfindungen einstellen. Auf- tretende Halluzinationen werden oft als real erlebt. Bei Harmin gilt: geringe Dosen (25-50 mg) wirken, auch sexuell, anregend. Darauf folgt manchmal ein schläfriger, ein- bis zwei Stunden dauernder Zu- stand. Eine manchmal behauptete halluzinogene Wirkung größerer Dosen von etwa 500 mg bis maximal etwa 750 mg Harminen ohne Zusatz weiterer Pflanzen ist umstritten.

Nebenwirkungen: Harmine sind reversible MAO-Hemmer. Es sind unbedingt die im Abschnitt „MAO-Hemmer“ im Anhang angegebenen Vorsichts- maßnahmen zu beachten. Nichtbeachtung der dort aufgeführten Regeln kann im Extremfall tödlich sein. Ansonsten sind Harmin Alkaloide wenig giftig. Erbrechen tritt nach der Einnahme von Harmin häufig auf. Schweißausbrüche und Muskelzittern kann dazukommen.

Bezugsquellen: Abschnitte der Liane und lebende Pflanzen bei Azarius.

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