Ayahuasca und seine Analoge – Ernfahrungsberichte

Was ist Ayahuasca?

Oft wird Ayahuasca mit der Urwaldliane Banisteriopsis caapi gleichgesetzt. Dies ist nicht korrekt. Ayahuasca bezeichnet den Trank, der aus dieser Liane und anderen Pflanzen, meist Nachtschattengewächsen und/oder DMT-haltigen Pflanzen, gekocht wird. Das „klassische“ Ayahuasca, das in der Regel gemeint ist, wenn man über dieses Thema spricht, besteht aus oben erwähnter Liane und den DMT-haltigen Blättern der Pflanze Psychotria viridis. Ayahuasca ist keine Freizeitdroge. Häufig auftretende Übelkeit und Erbrechen, sowie die oft als zu heftig empfundenen Wirkungen schrecken Leute, die „einen netten Trip“unternehmen wollen, ab. Am meisten Interesse findet Ayahuasca bei Menschen, die Drogen eher seltener und in rituellem Rahmen einnehmen, z.B. im Zusammenhang mit neoschamanistischen Zeremonien. Ein Mißbrauch, d.h. allzu häufiger oder übermäßiger Gebrauch oder Abhängighkeit scheinen mir daher kaum wahrscheinlich. Banisteriopsis caapi enthält Harmine; diese stellen für sich allein genommen eher ein Beruhigungsmittel dar. DMT ist unwirksam, wenn es oral genommen wird; das Enzym Monoaminooxidase (MAO) zerstört das DMT, bevor es wirksam werden kann. Harmine besitzen die Eigenschaft, dieses Enzym zu in- aktivieren. Die Folge: oral eingenommenes DMT wird plötzlich wirksam. Der Haken dabei: auch andere, in Lebensmitteln enthaltene Amine, die giftig für den Körper sind, können nun wirksam werden. Es ist daher von vitaler Bedeutung, sich genauer mit dem Thema MAO-Hemmung zu beschäftigen, bevor man mit solchen Mischungen experimentiert. Ausführliche Informationen über dieses wichtige Thema finden sich in Ayahuasca Analoge und in Psychede- lischer Neo-Schamanismus.
Was sind Ayahuasca-Analoge?

Banisteriopsis caapi und besonders Psychotria viridis stammen aus dem Amazonas-Regenwald, sind kaum zu bekommen und nur mit großem Aufwand bei uns zu halten. So entstand der Gedanke, diese beiden Pflanzen durch andere Arten mit den gleichen Inhaltsstoffen zu ersetzen – die resultierende Mischung wäre zwar nicht das originale Ayahuasca, hätte aber die gleiche Wirkung – Ayahuasca-Analog. Die Liane kann durch Harmala-Samen, Psychotria viridis durch bestimmte Phalaris-Grasarten oder Wurzelrinde von Desmanthus illinoensis ersetzt werden. Literatur über Ayahuasca

Weitere ausführlichste historische, ethnologische, botanische und pharmako- logische Fakten über Ayahuasca und eine genaue Beschreibung zahlreicher Selbstversuchen mit Analogen finden sich in Jonathan Ott’s hervorragendem Buch Ayahuasca Analoge. Das Buch Psychedelischer Neo-Schamanismus von Jim DeKorne enthält zwei Kapitel über Ayahuasca, davon eines über „Rauchbares DMT aus Pflanzen“. Auch hier finden Sie genaueste Angaben der Mengen, Pflanzenarten und Verfahren und weitere aufschlußreiche Erfahrungsberichte. Laufend über den neuesten Stand besonders auch dieses speziellen Fachgebietes berichtet die etwa alle drei Monate erscheinende Entheogen Review von Jim DeKorne, die auf deutsch unter dem Titel Entheogene erscheint.

DMT mit Harmin-Alkaloiden – übersinnliche Drogenerfahrungen? Australian Ayahuasca – erster Bericht Im Frühjahr 1993 fuhren wir zum Mount Buffalo in Victoria, Australien, um die Blätter einer seltenen Pflanze zu sammeln, die 0,3 Prozent DMT enthält. Wir hatten zusätzlich Samen von Pe- ganum harmala dabei, um das DMT für die orale Aufnahme zu aktivieren. Un- glücklicherweise brachten wir es einfach nicht fertig, genug von den frischen Blättern zu essen, um eine Wirkung zu erzielen. Wir beschlossen daher, nach Melbourne zurückzufahren. Dort kochten wir die Blätter, ähnlich wie es bei der Zubereitung des traditionellen Ayahuasca Südamerikas geschieht, erst als Tee auf und dann konzentrierten wir den Sud. Am Schluss der Prozedur hatten wir für jeden von uns dreien ein Glas voller Extrakt. Kurz vor Mitternacht schluckten wir drei Gramm gemahlenen Peganum harmala Samen (der ekelhaft schmeckte), dann warteten wir etwa zehn Minuten, bevor wir den scheußlichen grünen Matsch runterwürgten. Ich verspürte keinen nennenswerten Brechreiz, aber die beiden anderen hatten weniger Glück. Nach fünf Minuten hatte N. alles von sich gegeben und J. und ich nahmen zwei magensäurebindende Tabletten. J. war daraufhin in der Lage, das Ganze noch weitere zehn Minuten bei sich zu behalten, bevor er sich erbrach. Ich konnte alles am längsten, ca. 15 Minuten, im Magen behalten, vielleicht, weil ich die Antazida am schnellsten eingenommen hatte, vielleicht, weil ich nach der Einnahme der Harmalasamen am längsten mit dem Trinken des grünen Breis gewartet hatte. Kurz bevor ich mich übergab, begann die Welt um mich herum seltsam zu werden. Das Gehen fühlte sich anders an, die Dinge in der Umgebung fingen an, ein bißchen anders auszusehen. Als ich mit dem Erbrechen fertig war, hatte sich die Welt vollständig verändert. Glücklicherweise hatte N. nicht genug

abbekommen, um irgend eine Wirkung zu spüren und so brachte er mich ins Wohnzimmer, wo ich mich mit offenen Augen hinlegte. Ich begann den absoluten Schrecken zu durchleben, ich befand mich in einem völlig anderen Universum, das in keiner Weise unserer gewohnten Realität ähnelte. Seltsamerweise empfand ich den Schrecken nicht als unangenehm. In dem Universum, in dem ich mich plötzlich aufhielt, hatten Begriffe wie „angenehm“, „unangenehm“, „glücklich“, „traurig“ keine Gültigkeit mehr. Es gab nur noch drei Arten von Gefühlen: Schrecken, Euphorie und ein neutrales Grundgefühl, daß das volle Bewußtsein des einzig wichtigen Universums umfasste, desjenigen, in das ich eingetreten war. Es war dies die Sphäre der Seelen, des Bewußtseins, des Geistes. Die visuellen Effekte waren höchst erstaunlich. Ich nahm Dinge nicht mehr durch meine Augen wahr, da ich keinen Körper mehr hatte. Ich wußte ganz ein- fach, wie meine Umgebung beschaffen war und daher auch, wie sie aussah. Das Schließen der Augen änderte den Anblick in keiner Weise. Da gab es Statuen und Bilder stilisierter Adler – alles Erinnerungen an die Inka oder vielleicht al- tägyptische kultische Kunst, obwohl ich nichts über die Inka oder altägyptische Kunst weiß. Diese Bilder bewegten sich unentwegt und entwickelten sich dabei weiter. Sie wirkten wie eine Zierde für den Ort, an dem ich mich befand. Es gab wurm- oder schlangenähnliche Gebilde in meinen durchsichtig gewordenen Beinen. Allerdings war ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewußt, daß ich überhaupt Beine hatte. Die Halluzinationen ähnelten in keiner Weise denen, die ich früher unter LSD erlebt hatte. Die Dinge, die ich sah, waren real, existierten schon immer und ich erblickte sie in vollkommener Klarheit. Die Eigenschaft des Lichts hatte sich in einer schwer beschreiblichen Weise verändert; die Farben waren nicht in- tensiver, sondern klarer, wirklicher, am wirklichsten. Was ich sah, war die reine und unverfälschte Realität, nicht die gewöhnliche, die eine ungenaue Annäherung durch fehlerhafte Wahrnehmungsmechanismen darstellt. Ich wußte, daß ich, bzw. mein Geist meinen Körper verlassen hatte und ich mich in der Sphäre des grundlegenden Wesens des Universums befand, dort, wo Bewußtsein sich befindet, wenn es nicht an einen Körper in unserer irdischen Realität gefesselt ist. Ich war mir bewußt, daß dies der Ort war, wo die Seelen sich befinden, wenn der Körper gestorben ist, und möglicherweise auch, wo sie sind, bevor man geboren wird. Nach der Geburt ist die Seele immer noch an diesem Ort, aber sie ist auf den Körper und die Wahrnehmung durch ihn fixiert, solange sie nicht durch DMT zeitweilig davon befreit wird. Ich wußte plötzlich, daß es möglich ist, diese „Sphäre der Götter“ auch ohne DMT zu erreichen und daß man dazu jeden Glauben und jede Erklärung verlieren muß.

Zu dem Zeitpunkt nannte ich den Ort die „Sphäre der Götter“, weil mir die Worte fehlten, um ihn besser zu beschreiben. Aber der Begriff ist irreführend; die Götter sind nur menschliche Seelen, menschliche Bewußtseine und sie hatten kein Interesse an der normalen Realität. Sie hatten sie nicht gemacht und sie in keiner Weise beeinflusst. Die Sphäre der Götter bedeutet, dem absoluten Chaos, der Macht und der Ungebundenheit des Universums vollständig ausgesetzt zu sein und sich dessen absolut bewußt zu sein. Dies betraf nicht das Universum, das wir kennen, sondern das Universum, in dem das Bewußsein existiert. Die erste Stunde war unglaublich intensiv, eine unbegrenzte Anzahl von Dingen passierte auf einmal und mein Geist war Informationen ausgesetzt, denen er nicht gewachsen war. Ich wußte, daß ich verrückt war und ich zweifelte daran, ob ich mich jemals wieder erholen würde. Ich konnte mich nicht erinnern, was es bedeutet, geistig normal zu sein. Die meiste Zeit hatte ich keine Angst, war aber von Schrecken erfüllt. Der Schrecken war nicht unangenehm; die Freude konnte ihn nicht erreichen und er beeinträchtigte mein Denken nicht. Ich war nicht gut und nicht böse; ich war. Während der zweiten Stunde bewegte ich mich zwischen dem Grundgefühl und einer Euphorie. Der Grund der Euphorie schien zu sein, daß ich „alles gese- hen“ und dies relativ unversehrt überstanden hatte. Mein Geist war durch diese Erfahrung nicht vollständig zerrüttet worden. Ich begann mich zu fühlen, als ob mein Geist nun dem Ansturm dieser „Sphäre der Geister“ gewachsen sei, als ob ich nun dorthin gehöre. Ich wußte, daß Wahnsinn durch das Vertrautsein mit der „Sphäre der Seelen“ entstehen kann. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Dinge aufgehört, so schnell zu passieren und es wurde wieder einfacher, zu sprechen. Anscheinend war meine Sprache während der ganzen Zeit zusammenhängend gewesen; aber ich hatte die sichere Empfindung gehabt, als ob mein Körper dauernd in vielen Sprachen geschwätzt hatte. Zu verschiedenen Zeiten während der drei Stunden mußte ich N. über mich befragen; es war, als ob ich an meine Werte und meine Persönlichkeit erinnert werden müßte. Natürlich konnte ich ihm das nicht wirklich verständlich ma- chen, und er konnte mir nur Dinge erzählen, die unwichtig schienen, etwa meine Vorlieben und Abneigungen und meine Geschichte. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wollte ich etwas über meine Familie hören, ihre Anschauungen, ihre An und über ihre Werte. Ich glaube, das war deshalb, weil ich mich fühlte, als ob sie mir weniger wichtig geworden wäre, ich das aber nicht wollte. Die dritte und vierte Stunde nach der Einnahme wurden verbracht, indem ich im Detail die Erfahrungen mit J. diskutierte, von dem ich fühlte, das er sich an dem gleichen Ort wie ich aufgehalten hatte. Am Ende der vierten Stunde war ich wieder auf der Erde und litt an keinen Nachwirkungen, obwohl ich durch die

gemachte Erfahrung extrem aufgewühlt war. Ich glaubte immer noch, daß alles, was ich erlebt hatte, absolut real war, viel realer als der Rest meines Lebens. Sogar am nächsten Tag hielt dieses Gefühl noch an und ich verbrachte die meiste Zeit damit, das Erfahrene nach einmal durchzugehen und zu versuchen, es zu verarbeiten. Für andere, die mich kannten, war es offensichtlich, daß ich unter etwas litt. Ich wußte nun, wo ich sein würde, wenn ich starb, aber ich wußte nicht, was ich mit dem Rest meines Lebens anfangen würde. Die alltägliche Realität schien so unwichtig und trivial, verglichen mit der größeren Realität, die ich erlebt hatte. Heute ist Montag, und ich fange an, die Realität der „Sphäre der Seelen“ zugunsten unserer allgemein anerkannten Realität zu leugnen. Gestern habe ich an meinen Verstand gezweifelt und konnte mir nicht vorstellen, daß ich eine weitere Erfahrung mit Ayahuasca wagen würde. Aber heute habe ich, zumindest glaube ich das, die Erfahrung zu einem großen Teil verarbeitet und ich hoffe das Experiment zu wiederholen, um zu sehen, ob ich auf die gleiche oder eine andere Realität treffen werde. Ich würde diese Erfahrung niemandem mit irgendwelchen psychischen Schwierigkeiten empfehlen und auch niemandem, der nicht darauf vorbereitet ist, in den tiefsten Schrecken versetzt zu werden. Wenn LSD bei dazu veranlagten Menschen Schizophrenie auslösen kann, dann wird Ayahuasca es mit einiger Sicherheit tun. Ebenso würde ich es nicht als erste psychedelische Erfahrung vorschlagen. Wenn ich jetzt diese Erfahrung mit einem LSD-Trip vergleiche, dann kann ich nur sagen, daß LSD, verglichen mit DMT wie ein Spielzeug ist. LSD scheint nur mit der Wahrnehmung und den Gedanken zu spielen. Die Ayahuasca-Erfahrung scheint den Geist klar zu lassen, aber dafür ein unglaublich reales Universum von den Geist sprengenden Dimensionen zu er- schaffen. Es ist unmöglich zu beschreiben, wie real, aber es war sehr viel realer als unser gewohntes Universum. Vielleicht sucht sich DMT das Gehirnareal, das für das Glauben zuständig ist, und legt dort alle Schalter um, oder vielleicht existiert diese andere Realität tatsächlich. Was auch immer zutreffen mag, das Resultat kann extrem aufwühlend wirken und allzu leicht das Leben eines Menschen verändern.

Australian Ayahuasca – zweiter Bericht Dieser zweite Bericht stammt von einem weiteren Teilnehmer des im ersten Bericht beschriebenen Experiments. Wir sammelten für uns drei 140 Blätter, die, einige Verluste beim Mahlen und Extrahieren eingerechnet, etwa 100 mg DMT für jeden von uns ergeben sollten. Wir jagten die Blätter solange durch einen Gartenhäcksler, bis die ein- zelnen Stücke ziemlich klein waren. Das Gesamtgewicht betrug ungetrocknet 250g.

Die Stücke wurden nun in einem Topf mit viel Wasser und dem Saft einer Zitrone gekocht. Der Zweck des Zitronensafts war es, den ph-Wert leicht an- zuheben und so die Löslichkeit des DMT zu verbessern. Die Mischung wurde etwas mehr als eine Stunde gekocht und dann in einem Kaffeefilter abgeseiht. Die resultierende braune Flüssigkeit wurde in einem anderen Topf gekocht, bis nur wenige hundert ml übrig waren. Die gekochten Blattstücke wurden nun in einer Küchenmaschine zu einem Brei verarbeitet, dem wurde Wasser zugefügt und das Ganze wurde wieder eine Stunde lang gekocht. Es wurde wieder abgeseiht, diesmal aber mit einem Leintuch, da die Masse nicht gefiltert werden konnte. Das Resultat wurde wieder durch Kochen reduziert und der ersten Portion zugegeben. Dem Rest wurde wieder Wasser zugegeben, das ganze wenige Minuten gekocht, abgeseiht, reduziert und zum Rest geschüttet. Die gesamte grüne Flüssigkeit (etwa 700 ml) wurde bis knapp über den Gefrierpunkt gekühlt und dann in drei gleiche Portionen geteilt. Ich hatte keine Probleme mit dem Schlucken der drei Gramm gemahlenen Peganum harmala-Samen, aber ich brauchte mehrere Anläufe, um den Blätter- extrakt zu trinken, obwohl er gekühlt war und ich mir die Nase zuhielt. Etwa 10 Minuten später erbrach ich mich heftig und ohne Vorwarnung. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich „schräg“, etwas schwindlig und ich hatte einen sanften Trip, der sich von der Wirkung anderer Halluzinogene un- terschied. Ich fühlte eine sanfte Beruhigung, die ich dem Effekt der Harmaline zuschrieb. Zu diesem Zeitpunkt war klar, daß N. absolut nichts spürte und daß C. auf einem schweren Trip war – er lag reglos auf der Couch und beschrieb die Dimension der Götter, die er betreten hatte. Ich beschloß, die Effekte gerauchten DMT’s zu testen, den Alkaloid-Extrakt einer anderen Pflanze, Acacia Maidenii, während ich mich unter dem Einfluß des Aktivators Harmalin befand. Ich rauchte soviel ich konnte, bevor die Wirkung zuschlug und rannte in das Zimmer zurück, in dem sich C. und N. aufhielten. Was als nächstes passierte ist schwierig zu beschreiben. Ich berichte es jetzt so, wie es mir damals erschien, ohne daß ich behaupte, daß die Beschreibung irgend einen Teil unserer Realität repräsentiert. Der erste Teil des DMT-Trips war normal, d.h. massive visuelle Eindrücke, seltsame Gefühle etc. Dann, als ich den Höhepunkt erreichte, wurde ich in eine völlig andere Richtung geworfen. Ich hatte schwere Krämpfe mit Wellen von Macht, Schmerz und Freude, die durch und in und aus meinem Körper schössen. Ich hatte einen Anfall unkontrollierten Schreiens und Knurrens. Ich war eine unbeschreibliche Mischung aus Ekstase und Schrecken. Dann wurde ich plötzlich gewahr, was passiert war.

Mir wurde bewußt, daß ich einen Dämon aus einer anderen Dimension gerufen hatte und daß der Anfall daher kam, daß der Dämon versuchte, Macht über meinen Körper zu bekommen. Für wenige Sekunden waren mein Körper und der Dämon eins; vereinigt in Zeit und Raum, und er konnte durch mich sprechen: wir knurrten in einer gutturalen Tonlage „wenn hier ein Dämon ist, dann spricht er nun durch mich.“ Ich war von dem Gefühl böser Macht überwältigt, ich fühlte mich, als könnte ich Energie-Pfeile mit meinem ausgestreckten Arm verschießen. Ich entschied, daß ich auf keinen Fall wollte, daß mich der Dämon über- nahm und mich als einen Boten benutzt, um seine Nachricht zu überbringen, so widerstand ich, und er verließ mich heulend. Ich brach dann erschöpft zusammen und rief „Der Dämon! Der Dämon!“ Mir wurde sehr kalt, ich wurde extrem ruhig und lag in eine Decke gehüllt auf dem Boden. Ich glaubte, daß wir alle sterben müßten, vergiftet durch etwas, was in den Blättern war, die wir alle gegessen hatten. Ich fühlte den Dämon um mich herumstreichen, und hörte ihn zischend darum betteln, mich wieder kontrollieren zu dürfen. Ich fühlte, daß er mich sofort übernehmen würde, wenn ich dies zuliesse. Die ruhige Phase nach dem Trip dauerte etwa eine Stunde, und die Gefühle des Schreckens und der Krankheit flauten ab und nachher fühlte ich mich recht gut und sogar euphorisch. Die Erfahrung besessen zu sein, verlor etwas von ihrer Realität. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich C. auch erholt und wir begannen, unsere Er- fahrungen zu diskutieren. N. machte damit weiter, dass er nochmal drei Gramm Peganum-Samen aß und auch etwas DMT rauchte. Seine Erfahrung war dann ähnlich intensiv, er kollabierte und lag eine vergleichbare Zeit in eine Decke gehüllt auf dem Boden, und glaubte unter anderem, dass er das Atmen einstellen und sterben würde. Nachher fühlte ich mich noch einige Tage müde, was möglicherweise eine Folge des Trips war. Experimente mit DMT in Kombination mit Harmalin sind zweifelsfrei mit zahlreichen Gefahren für Körper und Geist verbunden. Solche Experimente sollten weder leichtfertig noch unter unpassenden Umständen unternommen werden, und ganz besonders nicht von unerfahrenen Personen.

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