Auswahl eines Phänotyps aus den Samen

Selecting_a_phenotype_wide

Wenn Sie mit mehreren Samen arbeiten – insbesondere dann, wenn diese Samen einen hohen Grad an phänotypischer Variation aufweisen -, überlegen Sie möglicherweise, bestimmte Exemplare auszuwählen, um sie als Mutterpflanzen zu verwenden, die Ableger für die Ernten der nächsten Jahre liefern.

Bereitstellung Ihrer Ausrüstung

Sie benötigen Samen, Töpfe, Erde (oder welches Substrat Sie sonst gewählt haben), Lampen (kalte CFL- oder LED-Lampen eignen sich am besten für junge, zarte Sämlinge), destilliertes oder RO-gefiltertes Wasser sowie ein Airflow-Gerät. Außerdem könnten Sie eine leichte Wachstumslösung (nicht sofort: Ihre Sämlinge sollten ausschließlich mit destilliertem/RO-Wasser ernährt werden, bis die ersten echten Blätter erscheinen) und einen Wurzelstimulator benutzen, um den jungen Wurzelkeimen (vor allem den Pfahlwurzeln) den besten Start ins Leben zu ermöglichen.

Manche Grower lassen ihre Samen in destilliertem Wasser keimen, andere säen die Samen einfach direkt in ein gut durchfeuchtetes Substrat. Doch viele Grower bevorzugen die Untertassen-Methode, bei der die Samen auf ein feuchtes Tuch gelegt und von zwei Tellern bzw. Untertassen umschlossen werden. Diese Technik ist ausgesprochen effektiv und leicht zu bewerkstelligen, und zudem ist das Risiko einer Schädigung Ihrer Samen gering. Einen vollständigen Leitfaden für die Untertassen-Methode finden Sie hier.

Pflege Ihrer Sämlinge

Sobald Ihre Ableger Wurzeln gebildet haben und noch etwa eine Woche gewachsen sind, leiten Sie die Blüteperiode ein

Sobald Ihre Ableger Wurzeln gebildet haben und noch etwa eine Woche gewachsen sind, leiten Sie die Blüteperiode ein

Samen sollten zuerst in kleine Töpfe eingesät und dann umgesetzt werden (ungefähr alle 7-10 Tage), sobald sie beginnen, aus ihren Töpfen herauszuwachsen. Die Erde/das Substrat sollte leicht komprimiert sein, aber nicht so zusammengepresst, dass die Drainage (und das Wachstum der jungen Wurzeln!) behindert wird. Die Lampen sollten in geringer Höhe über Ihren Töpfen angebracht und angehoben werden, wenn dies nötig erscheint.

Eine gute Faustregel in diesem Stadium: Behalten Sie Temperaturen um 25°C/75°F bei (wenn Sie Ihre Samen in Wasser keimen, wärmen Sie es zuerst bis zu dieser Temperatur auf und versuchen Sie sie beizubehalten!), um die Keimung und das erste Wachstum zu beschleunigen. Bei vielen Growern und Züchtern gehen die Meinungen über den korrekten RH-Wert für die Keimung auseinander. Dieser hängt häufig von der Sorte ab, aber im Allgemeinen ist es ratsam, sich an einen Bereich zwischen 50-70 % zu halten.

Entnahme von Ablegern von Ihren Jungpflanzen

Nachdem Ihre jungen Mutterpflanzen die ersten circa zwei Wochen vegetatives Wachstum hinter sich haben, sollten sie sich weit genug entwickelt haben, dass sie zurückgeschnitten werden können (schneiden Sie ungefähr die Hälfte des Hauptstiels ab, direkt über einer Reihe von Seitenzweigen – die dann zu Hauptzweigen werden).

Jedes Stück, das Sie abgeschnitten haben, sollte mindestens zwei oder drei brauchbare Ableger liefern, die dann bewurzelt und zur Blüte gebracht werden, sodass Sie ihre Merkmale bestimmen und Ihre endgültige Wahl treffen können. Denken Sie daran, all Ihre Klone mit einem Etikett zu versehen, damit Sie nicht vergessen, von welcher Mutterpflanze sie abstammen!

Bewurzeln Sie Ihre Ableger auf die übliche Weise und lassen Sie sie noch ein oder zwei Wochen weiter wachsen, bevor Sie Ihr Beleuchtungsschema auf den 12/12-Rhythmus umstellen, um die Blüte einzuleiten. Manche Grower behaupten, es gäbe keinen Grund, das Beleuchtungsschema nicht umzustellen, sobald die Klone Wurzeln gebildet und sichtbare neue Triebe hervorgebracht haben; aber es hilft den Blüten, ihr volles Potenzial zu entwickeln, wenn zuerst ein kräftiger Hauptstiel und primäre Zweige gebildet wurden.

Während des ganzen Prozesses sollten Sie darauf achten, Ihren Mutterpflanzen die bestmögliche Versorgung und Pflege angedeihen zu lassen. Weitere Informationen und Tipps zur Gesunderhaltung der Mütter erhalten Sie in unserer praktischen Anleitung.

Wählen Sie Ihre gewünschten Eigenschaften

Wenn Ihre Ableger blühen, können Sie damit anfangen, sie in Bezug auf wünschenswerte Eigenschaften zu analysieren. Achten Sie zunächst auf Eigenschaften wie die Länge der Internodien, die Schnelligkeit, mit der die Blüte einsetzt und die Gesundheit und Kraft im Allgemeinen. Für den Indoor-Anbau sind für gewöhnlich kurze Internodien und eine rasch einsetzende Blüte wünschenswert (aus diesem Grund besitzen praktisch alle Indoor-Sorten Indica-Gene). Viele Sativa-Sorten haben zwar lange Internodien und blühen relativ langsam, sind aber aufgrund ihrer spezifischen Vorzüge wie Aroma und Cannabinoidgehalt ebenfalls attraktiv.

Wenn Blüten erscheinen, können Sie auf spezielle Pflanzen achten und diese für die Auswahl kennzeichnen

Wenn Blüten erscheinen, können Sie auf spezielle Pflanzen achten und diese für die Auswahl kennzeichnen

Wenn sich Blüten entwickeln, achten Sie auf die Qualität des Aromas, die Struktur der Blüten und den Allgemeinzustand der Pflanzen. Sollten Sie Probleme mit einer zu hohen Luftfeuchtigkeit haben, wünschen Sie sich wahrscheinlich keine dichten Blütenballen, die leicht von Pilzsporen befallen werden können, sondern bevorzugen lockere, leichte Blütenstrukturen. Wenn Sie bei Pflanzen Anzeichen einer Überdehnung, Deformation oder Infektion entdecken, müssen Sie sie wegwerfen.

Im Allgemeinen sollten Sie bei Ihren blühenden Ablegern für die üblichen Anbaubedingungen sorgen. Doch bei Pflanzen mit speziellen Eigenschaften wie Resistenz gegen Schimmel oder Dürre kann es ratsam sein, die Umwelteinflüsse anzupassen und zum Beispiel eine höhere Luftfeuchtigkeit oder verminderte Bewässerung einzuführen. Falls Sie Ihren Anbau im Freiland durchführen, bauen Sie die Samen einfach in der Klimazone an, für die sie bestimmt sind, und schauen dann, welche Samen die besten Erträge liefern. Indoors können Sie Ihre Anbaubedingungen optimieren, soweit es erforderlich ist, um die verschiedenen Lebensräume outdoors nachzuahmen.

Der ultimative Test für Ihre Pflanzen findet nach der Ernte, Trocknung und Aushärtung statt; und zwar in Form einer Kostprobe. In diesem Stadium können Sie eine endgültige Bewertung des Geschmacks, des Aromas, der Trichomschicht und des Effekts vornehmen. Diejenigen unter Ihren Mutterpflanzen, die den Test nicht bestanden haben, sortieren Sie dann einfach aus und entnehmen den Gewinnern so viele Ableger, wie Sie für Ihren nächsten Anbau brauchen!

Seshata ist Vollzeitjournalistin und Forscherin auf dem Gebiet von Cannabis. Sie ist auf die soziokulturellen, umwelttechnischen und geopolitischen Aspekte der Cannabisindustrie spezialisiert.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.