Atropa Belladonna – Tollkirsche

 

Die Tollkirsche ist eine etwa 50 – 140 cm hohe, mehrjährige Pflanze. Sie wächst in Wäldern und auf Lichtungen bergiger und hügeliger Lagen in Mittel- und Südeuropa. Teilen Asiens und in Nordafrika. Die Tollkirsche spielte im Mittelalter neben dem Bilsenkraut und dem Stechapfel eine große Rolle als „Hexenpflanze“. Von den drei genannten Arten ist die Tollkirsche die relativ giftigste, da bei ihr die Atropin-Wirkung am stärksten überwiegt.

Verwendung: 20-180 mg der zerstoßenen getrockneten Blätter werden geschluckt oder geraucht. Es gibt vereinzelte Berichte über die Verwendung reifer Beeren, sogar als Marmelade. Einige Personen ziehen die Beeren dem Rauchen vor. Wegen der sehr unsicheren Dosierung und der Giftigkeit wird vom Gebrauch von Pflanzenteilen der Tollkirsche dringend abgeraten. Die Reinsub- stanzen haben im Gegensatz zu Auszügen aus der gesamten Pflanze geringere halluzinogene Wirkungen.

Wirksame Inhaltsstoffe: Die Tollkirsche enthält im wesentlichen folgende Alkaloide: Atropin, Hyoscyamin, Scopolamin. Der Gesamtalkaloidgehalt der Blätter beträgt im Schnitt 0,4 Prozent, der der Wurzeln etwa 0,6 Prozent, aber auch Konzentrationen bis zu l ,5 Prozent kommen vor. In den Wurzeln ist das sehr giftige Apoatropin enthalten. Diese sollten daher auf keinen Fall verwendet werden, wie es manchmal in Untergrund-Literatur empfohlen wird.

Wirkungen: Die Tollkirsche vermindert geringfügig die Schmerzempfindlichkeit, die Lähmung des parasympathischen Teils des Nervensystems führt zu Pupillenerweiterung, Mundtrockenheit, beschleunigtem Herzschlag. Die auftretenden Halluzinationen haben oft düstere und oder erotische Inhalte und zeichnen sich häufig durch besondere Farbigkeit aus. Nach einiger Zeit schläft der Berauschte ein, während des Schlafs treten häufig sexuell gefärbte Träume auf. Störungen des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit können noch viele Tage nach dem Rauschzustand bestehen bleiben. Während der Halluzinationen ist es nahezu unmöglich, Rauschwelt und Echtwelt auseinanderzuhalten, was fatale Konsequenzen haben kann!

Nebenwirkungen, Gegenanzeigen: Die Tollkirsche ist giftig, Todesfälle sind verbürgt. Bei Kindern gelten 5 Kirschen als tödliche Dosis, bei Erwachsenen 10 bis 20. Eine Dosis, die ein Mensch gut verträgt, kann einen anderen bereits töten. Vom Gebrauch der Tollkirsche als Rauschmittel wird darum dringend abgeraten. Während der anfänglichen Erregungsphase kann es zu recht hoher Herzfrequenz kommen. Personen mit vorgeschädigtem Herzen (Angina pectoris, Verengung der Herkranzgefäße, Herzinfarkt) sollten die Tollkirsche daher auf keinen Fall verwenden. Wer die Tollkirsche als Zierpflanze zieht, muß Sorge dafür tragen, daß Kinder die wohlschmeckenden Beeren nicht erreichen können. Vergleichen Sie zu den Wirkungen und Nebenwirkungen auch Datura stramonium und Hyoscymus niger. Wer meint, unbedingt mit Nachtschattendrogen in halluzinogener Dosierung experimentieren zu müssen, sollte dies eher mit den vergleichsweise etwas weniger giftigen (aber durchaus nicht ungiftigen und nicht ungefährlichen) Brugmansias oder auch der Alraunenwurzel tun.

Bezugsquellen: Die Tollkirsche ist in schattigen Hanglagen deutscher Wälder nicht selten. Bei Elixier und Bornträger können Samen bezogen werden, jedoch ist die Anzucht aus Samen nicht einfach. Ableger aus dem Wald lassen sich im Zimmer halten und weitervermehren.

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