Ashwagandha, Withania somnifera

Withania Somnifera

Wirkungsweise
Antikarzinogene Wirkungen bei Tieren und in Zellkulturen, wobei das Abgeben des nuklearen Kappabfaktors reduziert und dadurch der interzellulare Tumor Nekrosefaktor unterdrückt und das apoptotische Signalisieren (Programmieren des Zelltods) in Krebszellmembranen erhöht wird.

Übersicht
Withania somnifera, auch Ashwagandha, Indian Ginseng, Winterkirsche, Ajagandha, Kanaje Hindi, Ayamodakam in Malayalam und Sam Al Ferakh genannt, gehört zur Familie der Nachschattengewächse (Solanaceae). Es ist starker Busch der 170 cm hoch wird. Wie die zu derselben Familie gehörende Tomate entwickelt Ashwagandha gelbe Blüten und rote, der Größe und Form nach aber beerenartige Früchte. Ashwaganda  ist in Indien, Pakistan und Sri Lanka beheimatet.
Sie stellt eine der wirksamsten Pflanzen zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit dar. Oft wird sie dazu mit Gotu Kola (Centella asiatica) verabreicht.

Medizinische Anwendung

Alle Teile der Pflanze werden in der Heilkräutermedizin benutzt. In der ayurvedischen Medizin werden die frischen Wurzeln manchmal vor dem Trocknen in Milch gekocht, um unerwünschte Bestandteile zu entfernen. Die Beeren werden als ein Ersatzmittel für Rennet zum Koagulieren von Milch bei der Käseherstellung genutzt. Ashwagandha bedeutet in Sanskrit „Pferdegeruch“, wahrscheinlich wegen des Geruchs seiner Wurzel, der dem eines schwitzenden Pferdes ähnelt. Der Artname sommnifera bedeutet auf Latein „schlafunterstützend“, was andeutet, dass es als Sedativum angesehen wurde, aber es wurde auch als Aphrodisiakum und Adaptogen benutzt. Einige Naturheilkundige nennen Ashwaganda „indischen Ginseng“, da es in der ayurvedischer Medizin in ähnlicher Art wie Ginseng in der traditionellen chinesischen Medizin Anwendung findet.
Wie schon erwähnt werden antikarzinogene Wirkungen bei Tieren und in Zellkulturen für Ashwaganda beobachtet.
Sieben amerikanische und vier japanische Firmen haben Patente auf Ashwagandaextrakte beantragt. Früchte, Blätter und Samen der indischen Medizinpflanze Withania somnifera finden traditionell im ayurvedischen System als Aphrodisiaka, Diuretika und zur Behandlung bei Gedächtnisverlust Verwendung. Die japanischen Patentanträge hängen mit dem Einsatz des Heilkrauts als Hautsalbe und zur Unterstützung von reproduktiver Fruchtbarkeit zusammen. Die in den Vereinigten Staaten ansässige Firma Natreon hat auch ein Patent für einen Ashwagandhaextrakt erhalten.
Das Produkt „Ashwagandha Öl“ ist eine Kombination von Ashwagandha mit Mandelöl und Rosenwasser und wird als Gesichtswasser verwendet, weshalb es nicht eingenommen werden sollte.

Withania Somnifera, WurzelnAnwendung
Aus der Ashwagandha-Wurzel wird meist ein wässriger Auszug erstellt. Traditionell wird ein Stück der Ashwagandha-Wurzel von ca. 5cm Länge gekaut. Alternativ kann man die getrocknete Ashwagandha-Wurzel fein zermahlen und in Pulverform einnehmen. Ab einer Dosis von 100mg/kg Körpergewicht tritt eine sedierende Wirkung ein. Unterhalb dieser Dosierung wirkt sie eher anregend.

Aktive Bestandteile
Alle aufgeführten Chemikalien sind Inhaltsstoffe der Wurzel, wenn nicht anders angegeben.
Anaferin (Alkaloid), Anahygrin (Alkaloid), beta-Sisterol (Chlorogensäure – nur im Blatt), Cystein (nur in der Frucht), Cuscohygrin (Alkaloid), Eisen, Pseudotropin (Alkaloid), Scopoletin, Somniferinin (Alkaloid), Somniferien (Alkaloid), Tropanol (Alkaloid), Withaferin A (Steroidlacton), Withanin (Alkaloid), Withananin (Alkaloid)  und Withanolide A-Y (Steroidlactone).
Die Hauptbestandteile von Ashwagandha sind Alkaloide und Steroidlactone. Unter den verschiedenen Alkaloiden ist Withanin der Hauptbestandteil. Die anderen Alkaloide sind Somniferin, Somnin, Somniferinin, Withananin, Pseudo-Whitanin, Tropin, Pseudo-Tropin, 3-a-Gloyloxytropan, Cholin, Cuscohygrin, Isopelletierin, Anaferin und Anahydrin. Zwei acyl Steroidglukoside, nämlich Sitoindosid VII und Sitoindosid VIII sind von der Wurzel isoliert worden. Die Blätter enthalten Steroidlactone, die allgemein Withanolide genannt werden. Die Withanolide haben ein Steroidgerüst mit C28  Kohlenstoffatomen und einer C9 Seitenkette, die einen sechs gliedrigen Lactonring besitzt. (die Substanzen in „rot“ konnte ich nicht bestätigen).

Withania Somnifera, gemahlene Wurzel

Geschichte
Rubin Lane Fox behauptet in seiner Biographie von Alexander dem Großen, dass Withania somnifera in früheren Zeiten dem Wein zugesetzt wurde. Nach Anne Van Arsdall wurde Withania somnifera Apollinaris und auch Glofwyrt im alten Englischen Herbarium genannt und die Legende berichtet, dass Apollo es zuerst fand und dem Gott der Heilkunst Asklepios gab.
Andere Arten
Es gibt über 20 Arten der Gattung Withania, die in den trockenen Teilen Indiens, Nord Afrika, dem Mittleren Osten und Mittelmeergebiet vorkommen. Zu diesen gehört Withania coagulens  (W. coagulans?) und Withania simonii (diese Art konnte ich nicht bestätigen), deren Wurzeln manchmal mit denen von Withania somnifera alternativ verwendet werden.
Die wilde Form von  Withania somnifera ist weitgehend kultiviert worden. In Indien gibt es mindestens fünf Sorten, die auf maximale Wurzelgröße und Anpassung an verschiedene Klimazonen gezüchtet wurden.
Nebenwirkkungen
keine
Suchtpotential
keines
Rechtlicher Status
Withania somnifera wird nicht kontrolliert.
Literatur

Psychoactive Herbs in Veterinary Behavior Medicine

NITRIC OXIDE-DEPENDENT STRESS MODULATION BY WITHANIA SOMNIFERA: Stress Management

Aloe, Ginkgo, Mistel & Co, Ergänzende Wirkstoffe in der Krebsbehandlung: Ergänzende Wirkstoffe in der Krebsbehandlung Der Ratgeber für Patienten und … R. Kleeberg, Deutsche Krebsgesellschaft

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