Areca catechu • Betelpalme

Die Betelpalme aus der Familie der Palmgewächse kommt in den tropischen Ländern Asiens vor. Die Betelnuß war vor der Popularisierung des Alkohols durch die Europäer das meistgebrauchte Genußmittel dieser Gebiete. Das Kauen von Betel wurde vor mehr als 2000 Jahren das erste Mal in Schriften erwähnt und Lewin schätzte 1924, daß es etwa 200 Millionen regelmäßige Betelkonsumenten gab. Heute geht der Genuß von Betel zurück, der Mißbrauch von Alkohol nimmt dafür stark zu. Die westliche Unzivilisation, der es nur um Profit geht, hat es wieder einmal geschafft, ein traditionelles, vergleichsweise mildes Rauschmittel ohne bekannte soziale Schäden zu verdrängen. Der mit hohem Aufwand beworbene Alkoholgenuß, der bei Asiaten nicht selten ausgeprägt aggressives Verhalten auslöst (da die alltägliche soziale Kontrolle sehr viel stärker als im Westen ist, kann die enthemmende Alkoholwirkung mehr unterdrückte Aggression freisetzen), verstärkt die soziale Verelendung.

Verwendung: Einige Stücke der zerkleinerten Betelnuß werden zusammen mit etwas (ca. 0,5 g) gelöschtem Kalk in ein Blatt des Betelpfeffers (piper chavica betel) eingewickelt. Dieser Betelbissen wird gekaut, der sich bildende Saft von manchen anfangs ausgespuckt, der sich nachfolgend bildende Saft geschluckt. Betel wird in den USA auch in Form fertiger Kaumischungen angeboten, die dem westlichen Geschmack eher entsprechen.

Wirksame Inhaltsstoffe: Arecolin wird durch die Wirkung des Speichels und des Kalks aus der Betelnuß gelöst. Die Blätter des Betelpfeffers enthalten u.a. Chavicol.

Wirkungen: Arecolin stimuliert das zentrale Nervensystem; die Blätter des Betelpfeffers haben eine mild anregende Wirkung. Die Gesamtwirkung ist mild berauschend, euphorisierend und anregend. Nebenwirkungen: Übermäßiger Genuß der Betelnuß oder die Verwendung unreifer Nüsse kann Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Betelkauen färbt den Speichel und bei gewohnheitsmäßigem Gebrauch die Zähne rot.

Bezugsquellen: Betelpfeffer-Blätter und Betelnüsse sind bei MGH, USA erhältlich. Auch bei uns sind sie (selten) in asiatischen Lebensmittelgeschäften zu finden. OTJ liefert fertige Kaumischungen, die dem westlichen Geschmack angepasst sind. Nüsse und Nußpulver gibt es bei Elixier und Alraun. Sonstiges: Eine Kuriosität am Rande: Ältere Filipinos behaupten, das Kauen der Betelnuß alleine (ohne Kalk und Betelpfeffer) in der Jugend stärke das Zahnfleisch und die Zähne. Diejenigen, die mir das erzählt haben, waren über 60 Jahre alt. Eine Untersuchung, die ich selber durchgeführt habe, ergab in allen drei Fällen ein vollständiges, einwandfreies Gebiß ohne eine einzige Plombe. Einer der drei öffnet bis heute seine Bierflaschen ausschließlich mit den Zähnen.

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