Amanita muscaria – Fliegenpilz

Der Fliegenpilz ist sicher der bekannteste unserer einheimischen Pilze. Der rote Hut mit weißen Tupfen ist typisch für ihn und macht ihn unverwechselbar. Man kann ihn im Fichten- und Kiefernwald gemäßigter Zonen finden. Vermutlich ist der Fliegenpilz mit dem Soma der altindischen Veden identisch.

Verwendung: Die Pilze werden gesammelt und in der Sonne oder im Ofen getrocknet. Die Temperatur darf hierbei, im Gegensatz zur Trocknung psilocybinhaltiger Pilze, auch etwas höher sein (s.u. Besonderes). Es sollte nicht mehr als ein mittelgroßer Pilz eingenommen werden, bevor die individuelle Verträglichkeit bekannt ist. Die abgezogenen und getrockneten Huthäute zu rauchen ist eine neuere Methode aus den USA. Auch bei uns wird der getrocknete Fliegenpilz gelegentlich geraucht. Die Konzentration der Inhaltsstoffe schwankt erheblich, durch das Rauchen läßt sich die Wirkung besser steuern. Gelegentlich ist der Wirkstoffgehalt so gering, daß genügend Material selbst von Rauchern nicht mehr inhaliert werden kann. Unangenehme Nebenwirkungen treten beim Rauchen seltener und nur wenig ausgeprägt auf.

Wirksame Inhaltsstoffe: Muscimol und Ibotensäure.

Wirkungen: Die Wirkungen schwanken erheblich und sind vom Fundort der Pilze, der Dosis und der Empfänglichkeit des Konsumenten abhängig. Im allgemeinen tritt nach etwa 30 Minuten je nach Dosis Dösigkeit bis hin zu einem Dämmerschlaf auf. Dabei kommt es oft zu farbigen Visionen und einer erhöhten Empfindsamkeit für Geräusche. Halluzinationen und veränderte Größenwahrnehmung kommen vor. Der gesamte Rausch dauert etwa 5-6 Stunden. Nebenwirkungen: Es sollten auf keinen Fall mehr als 4 mittelgroße Pilze eingenommen werden. Angeblich sollen über zehn Pilze tödlich sein. Zuverlässige Berichte über die tödliche Dosis fehlen. Mit Sicherheit ist der Fliegenpilz weit weniger giftig, als allgemein angenommen wird. Da der Rausch gelegentlich von einem starken Erregungszustand eingeleitet wird, in dessen Verlauf auch Gewalttätigkeiten vorkommen können, und die Nebenwirkungen manchmal als sehr unangenehm empfunden werden, sollten Versuche mit Fliegenpilzen nicht alleine unternommen werden. Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle kommen vor, ebenfalls Gangunsicherheit und Muskelzuckungen, die in manchen Berichten fälschlich als Krämpfe dargestellt werden.

Besonderheiten: Die im Fliegenpilz enthaltene Ibotensäure wird durch längeres Lagern/und oder Erhitzen wie Braten oder Trocknen in Heißluft zu Muscimol decarboxyliert. Muscimol ist deutlich aktiver und scheint auch besser verträglich zu sein. Über die unangenehmsten Nebenwirkungen wird in der Regel nach dem Genuß frischer, roher Fliegenpilze berichtet. Vor der Einführung des Alkohols war der Fliegenpilz das wichtigste Rausch- und Genußmittel in Sibirien. Die wirksamen Substanzen des Fliegenpilzes werden mit dem Urin unverändert ausgeschieden; früher machte man in diesen Gegenden davon Gebrauch und trank den Urin berauschter Personen.

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