ALBERT HOFMANN, Erinnerungen eines Psychonauten

Des chemischen Stammvaters Stimme – endlich 1:1 im Ohr der Psychonauten

Ulrich Hohlbein
mit freundlicher Genehmigung von Hartwin Rhode „Entheogene Blätter“

ALBERT HOFMANN, Erinnerungen eines Psychonauten. Von der Entdeckung entheogener Drogen, Audio-CD, 68 Minuten, 20 Tracks, Verlag + Label: supposé, Köln, 2003, ISBN 3-932513-38-X

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Wie schön und überfällig, dass jetzt endlich Albert Hofmann in die Riege und Walhalla approbierter Jahrhundertgrößen aufgenommen wurde, also nicht mehr nur (dtv abgerechnet) in einschlägigen Highdelberger Grünen Zweigen und Solothurner Nachtschattengewächsen Obdach findet, wo er im Kreis seiner grenzenlos dankbaren Nutznießer unter sich bleibt, sondern sogar hochseriös, wie es ihm gebührt, einwanderte in anspruchsvolle Kölner CD-Verlage wie Supposé (www.suppose.de), allwo seine Stimme nun würdig neben Physikern und Philosophen wie Max Planck, Hubert Fichte, Klaus Theweleit, Erwin Schrödinger (vielen der entheogenen Szene wohl durch Robert A. Wilsons „Schrödingers Katze“ bekannt!), dem Ekstasetheoretiker Ludwig Klages (Der kosmogonische Eros) und der Physikerin Liese Meitner einen hörenswerten Platz fand, und wahrlich nicht zu allerletzt neben Albert Einstein, dem wir hiermit zum 125. Geburtstag am 14.3.2004 gratulieren, dessen geniales Englisch auf der Einstein- Doppel-CD sich sagenhaft hörenswert anhört. Und neben dem düsteren Verneinungsgnostiker E.M Cioran, und dem auch ohne Drogen jeden LSD-Fan an Ausgeflipptheit in manch einen Schatten stellenden Hans Henny Jahnn. Ein Grand Old Man, Albert Hofmann, inzwischen in etwa (Kopfrechnen schwach) 98 Lenze alt, der Vater des Mutterkorns, ein Menschheitserleuchter, der nicht nur à la Zarathustra, Mahavira, Laotse, Buddha, Jesus, Mani, Lorber und Joseph Smith, dem Vater der Mormonen, und Dr. Rudolf Steiner, den lichtbedürftigen Menschenkindern mit Worten wie Nirwana, Gott, Dao und komplizierten Theoremen auf die Sprünge half, sondern ganz reell, als Praktiker, als Heiler, der wie bei Zwerg Nase märchenhaft ein Kräutlein Niesmitlust zu reichen weiß und die standing ovations seiner doch wohl millionenköpfigen Fans gern mit dem Aphorismus pariert: „Ich bin kein Guru, ich bin Kemiker.“ Zu deutsch: Chemiker – wie ja auch Aldous Huxley auf Schweitzerisch gern Höxli heißt. Doch dieser Kemiker untertreibt bescheidenerweise natürlich überaus; denn Hofmann ist natürlich viel mehr als bloß ein Chemiker, nämlich atypischerweise Mensch geblieben. Wäre jeder Chemiker wie er, sähe die Welt deutlich ganzheitlicher aus. Wobei eine CD mit seiner Stimme den Chemiker fast schon wieder zum Guru erhebt. Ganz nah dran, sehr direkt, von Adept zum Hermes psychopompus, kann ebendiesem gelauscht werden, wie er als Kind in naturmystischen Anwandlungen schwelgte, um alsdann sogenanntes LSD zu entdecken, frivol gesagt: zwecks Zurückholung des Lost Paradise seiner kindlichen Seeligkeit (siehe sein Buch „Lob des Schauens“, Nachtschatten Verlag). Aparte Situation, wie sich da Hofmann, Ernst Jünger, Rudolf Gelpke und ein Arzt in exotischen Gewändern zusammenfinden, um distinguiert einen wissenschaftlich fundierten Trip zu schmeißen. Erneut wird die Parallele Albert Hofmann/Albert Einstein deutlich: ein Physiker, der ebenfalls über seinen Tellerrand sehr hinaussah, schenkte eine Relativitätstheorie der Menschheit, die dann Atombomben und friedliche Kernkraftwerke veranlasste; ein Chemiker wollte die Welt mit einem Kreislaufstimulanz beschenken, und schon ging die unreife Menschheit auf bewusstseinserweiternde Trips und Horrortrips.



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