Acetylcystein

 

Übersicht

Acetylcystein, N-acetylcystein (NAC)t, ist eine pharmazeutische Substanz, welche vorwiegend als schleimlösendes Mittel und bei Paracetamol (Acetaminophen) -Überdosierung Anwendung findet.

Es sind unterschiedliche Dosierungsformen für verschiedene Indikationen erhältlich:

  • Als Lösung zur Inhalation (Mucomist, Mucosil) – inhaliert uur schleimlösenden Therapie, peroral zum Schutz der Nieren.
  • IV Injektion (Parvolex, Acetylcystein=Acetadote) – Behandlung von Paracetamol -Überdosierung
  • Orale Lösungen – verschiedene Indikationen
  • Sprudeltabletten (200 mg) – Reolin (Hochland Pharma, Deutschland) und Mucinac (Cipla, Indien)
  • Augentropfen – zur Schleimlösung

Die IV Injektions- und Inhalationspräparate sind  nur auf Rezept erhältlich, während orale Lösungen und Sprudeltabletten in den meisten Ländern frei verkäuflich sind.

Andere Anwendungen

In zwei Placebo-Studien hat Acetylcystein die Symptome von Schizophrenie und bipolaren Störungen verringert.

Ein Beweis, dass  Acetylcystein und weitere Antioxidantien eine heilende Wirkung auf die Funktion der pankreatischen β-Zellen Funktion ausübt, wurde 1999 veröffentlicht. Die Autoren bewiesen, dass eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien (wie Acetylcystein, Vitamin C plus E, oder alle drei) die Dysfunktion der β-Zellen verhindert oder hinauszögert. Demnach schützen sie gegen die Glukose-Toxizität bei Diabetes.

In den Vereinigten Staaten werden klinische Untersuchungen mit Acetylcystein für die Behandlung von Zwangsstörungen durchgeführt. Man nimmt an, dass es Hyperaktivität bei diesem Symptom entgegenwirkt.

Eine Untersuchung der »Medical University of South Carolina« zeigte, dass Acetylcystein das Verlangen nach Kokain bei chronischem Gebrauch vermindert.

Es könnte auch die Häufigkeit dedr Verschlimmerung bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung reduzieren.

Bei der Behandlung von AIDS bewirkte die Einnahme von Acetylcystein »eine beachtliche Zunahme der Immunfunktionen und Konzentration an Plasma-Albuminen.« Der Gehalt von Albumin ist umgekehrt mit Muskelschwund (Kachexie) verbunden, einem Symptom bei AIDS.

In Tierversuchen zeigte  sich durch die Zuführung von Acetylcystein eine Verringerung der Mortaliät durch Influenza.

Es gibt  Behauptungen, dass Acetylcystein in Verbindung mit Vitamin C und B1 den „Kater“ nach Drogengenuss verhüten oder reduzieren kann.

Suchtpotential

Keines

Dokumentierte Notfälle pro Jahr

Keine

Rechtlicher Status

N-Acetyl-L-Cystein ist frei verkäuflich und unterliegt keiner Kontrolle.

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