6. Gattung Pluteus Dachpilz

Die Gattung umfasst etwa 45 Arten in Europa. Pluteus-Arten wachsen auf Holz und sind Finalzersetzer, d.h. sie zersetzen Substrate, die vorher von anderen Pilzarten bereits besiedelt waren. Im Gegensatz dazu wirken die Psilocybe-Arten als Primärzersetzer auf frischen Hölzern. Viele Pluteus-Arten sind unauffällig, einige davon sogar essbar. Durch die rosa bis fleischfarbenen Sporen werden die Spezies auch Hellsporer genannt.

Für Europa ist nur eine Art relevant, über die Abtrennung von Pluteus cyanopus (Quelet) Met-rod (vor über hundert Jahren beschrieben) und Pluteus nigroviridis Babos aus Ungarn (Gartz 1999; 2003) (nur 0,035 % Psilocybin) sind keine konstanten Angaben verfügbar, daher finden diese Arten hier keine weitere Erwähnung.

6.1 Pluteus salicinus (PERS. EX FR.) KUMM. Grauer Dachpilz

Pluteus salicinus

Die Art ist schon ca. 200 Jahre in Europa bekannt. Erst 1981 wurden Psilocybin und Psilocin in Proben aus den USA, danach auch aus Europa nachgewiesen (Gartz 1999; 2003).

Die unauffällige Pilzart blaut nicht immer und kommt nur in wenigen Exemplaren auf den Stümpfen von Ahorn, Buche, Erle, Linde, Pappel und Weide, oft in Gewässernähe vor. In nordeuropäischen Pilzen war 0,25 bis 0,35 % Psilocybin enthalten, eigene Aufsammlungen (J.G.) von 1986 aus Thüringen, die nicht blauten (!), ergaben weit höhere Werte:

Tabelle 13: Alkaloidgehalt von Pluteus salicinus


Beschreibung:

Hut: 3 bis 8 cm, am Rand meist heller, silbergrau, haarig-filzig, Hutmitte stärker filzig, oft sogar schuppig, abgeflacht-gebuckelt.

Lamellen: Frei, weiß, später Lachsfarben Stiel: 4 bis 10 x 0,2 bis 0,6 cm, schlank, weiß, unten etwas braunfaserig, möglicher Stich ins blau grüne, bei Druck verstärkt.

Sporen: Glatt, elliptisch bis eiförmig, 7 bis 8,5 x 5 bis 6 μm.

Anmerkung: Mitunter sind die ganzen alten Pilze olivgrün verfärbt, es gibt auch Albinoformen ohne jegliche Blauung.

Zwei Jahre später enthielten Pilze aus Düben nur 0,2 bis 0,7 % Psilocybin (Gartz 1999; 2003). Somit ist die Variationsbreite des Alkaloidgehaltes in den Pilzen beträchtlich.

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