420 im Jahr 2016: Woher kommt die 420 und wohin geht sie?

420 Der eigene Jahrestag gehört zu den Definitionsmerkmalen einer Kultur. Der Jahrestag der Cannabis-Kultur, der 20. April, hat sich eher allmählich entwickelt, als dass er von irgendwem festgelegt wurde. Über die Ursprünge dieser etwas nebulösen Festivität war viele Jahre nur wenig bekannt, aber es wurde viel gerätselt. Wofür also steht 420?

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Der eigene Jahrestag gehört zu den Definitionsmerkmalen einer Kultur. Der Jahrestag der Cannabis-Kultur, der 20. April, hat sich eher allmählich entwickelt, als dass er von irgendwem festgelegt wurde. Über die Ursprünge dieser etwas nebulösen Festivität war viele Jahre nur wenig bekannt, aber es wurde viel gerätselt. Wofür also steht 420?

Wenn Sie ein Cannabis-Fan sind, ist Ihnen wahrscheinlich die Assoziation mit der Zahl 420 (gesprochen „four twenty“, keinesfalls aber „vierhundertzwanzig“) und damit das Datum des 20. Aprils vertraut, das in den Vereinigten Staaten als 4/20 bezeichnet wird. Warum ist dies aber die magische Zahl für Cannabiskonsumenten?

Zahlreiche Theorien kursieren: Es sei der Geburtstag von Bob Marley (stimmt nicht); Es sei der Polizeicode für einen auf frischer Tat erwischten Cannabiskonsumenten (stimmt nicht); Die Zahl stamme aus Bob Dylans Song „Rainy Day Women #12 & #35“, in dem eine Zeile lautet: „everybody must get stoned“. Denn 12 x 35 sei schließlich 420 (ein merkwürdiger Zufall, aber stimmt auch nicht); Es gehe um die Anzahl der chemischen Bestandteile in Cannabis (stimmt nicht, aber da immer neue Cannabinoide entdeckt werden, kann man nicht ganz sicher sein); Es sei die Uhrzeit für den Nachmittagstee in den Niederlanden (so etwas gibt es hier gar nicht. – stimmt also auch nicht). Woher stammt also die Tradition der 420?

Ursprung der 420

Tatsächlich geht der Ursprung von 420 auf das Jahr 1971 zurück, als eine Gruppe von Schulfreunden aus San Rafael (Kalifornien) sich auf den Weg machte, um eine aufgegebene illegale Cannabis-Pflanzung (Guerilla-Grow) zu finden.  Aus ihrer Verabredung – nach der Schule um 16.20 Uhr an der Statue von Louis Pasteur – entstand die Abkürzung „420 Louis“. Als die Suche dann tagelang weiter ging, ließen sie das „Louis“ fort. Je nach Kontext und Flexion wurde „420“ dadurch ein sprachlicher Code für alles, was mit Cannabis zu tun hatte. Die Waldos, wie die Gruppe sich selbst nach einer Wand nannten, an der sie häufig saßen, fanden den gesuchen Guerilla-Grow nicht. Das (und ihre Bezeichnung) kann natürlich auch an dem intensiven Cannabiskonsum während der Suche gelegen haben.

Der Statue von Louis Pasteur - Sensi SeedsDer Statue von Louis Pasteur

Der Begriff „420“ verbreitete sich danachin einer anderen, deutlich größeren Gruppe, die für einen begeisterten Cannabisgenuss bekannt war: Bei den Deadheads. Eine familiäre Beziehung von einem der Waldos zu der Band The Grateful Dead führte dazu, dass der neue Slang sich in der Band und bei ihren Fans verbreitete, die sich üblicherweise vor den Konzerten auf bestimmten Autoparkplätzen trafen. Während eines dieser Treffen übergab ein Mitglied der Deadheads Steve Bloom, einem Reporter des US-Cannabis-Magazins High Times, einen Flyer, der sich auf 420 bezog.

High Times macht sich 420 zu eigen

1991 druckte die High Times diesen Flyer. Und der Herausgeber Steve Hagar sprang auf die 420-Welle auf und verwendete die Zahl, wo immer es möglich war: Er hielt Meetings, plante Cannabis Cup-Feiern und wurde dabei wahrscheinlich unfehlbar high – immer um 16.20 Uhr. Er rechnet es sich immer noch als Verdienst an, diesen Code zu „einem internationalen Phänomen“ gemacht zu haben, obwohl er bereits seit zwanzig Jahren von einer großen, weltweiten und begeisterten Fangemeinde verwendet wurde, bevor er ihn kennenlernte. Bloom ist nicht ganz so besitzergreifend: „Wir haben diesen Flyer verbreitet, aber nur wenig Resonanz bemerkt. Es lag also wirklich nicht so sehr an der High Times,“ meint er. „Wir haben das nicht intensiv vorangetrieben, sondern nur immer wieder auf den Code Bezug genommen.“

4/20, UNGASS und der Globale Marihuana-Marsch

Zur Jahrtausendwende waren 420-Veranstaltungen am 20. April bereits beliebt und dieser Tag galt weithin als  internationaler Cannabis-Tag, an dem man ein Bewusstsein gegen die Illegalität der Pflanze schaffen konnte.Überlagert und teilweise auch gekapert wurden Veranstaltungen allerdings von einem anderen großen Cannabis-Event, dem Globalen Marihuana-Marsch.Diese deutlich globaler ausgerichtete und besser organisierte Protestveranstaltung wurde seit ihren Anfängen im Jahr 1992 in über 800 Städten und 72 verschiedenen Staaten abgehalten.Sie findet üblicherweise am ersten Samstag im Mai statt. Das kann auch etwas damit zu tun haben, dass der 20. April meistens auf einen Wochentag fällt.2016 gibt es die erste Ausnahme.In zahlreichen teilnehmenden Staaten (siehe die Liste unten) findet der Marsch dieses Jahr am 20. April statt, also zum gleichen Zeitpunkt wie die für diesen Tag geplante Sondersitzung der UN-Vollversammlung zu Drogen (UNGASS).Erstmals seit 1998 werden sich die Vereinten Nationen mit den Problemen beschäftigen, die sich aus dem Krieg gegen die Drogen ergeben. Viele dieser Probleme rühren von dem früher verfolgten Ziel einer „vollständigen Befreiung der Welt von Drogen“ her.

Global Marijuana March 2013 in Vancouver Sensi SeedsGlobal Marijuana March 2013 im Vancouver

Bemerkenswerterweise findet diese UN-Vollversammlung am 19., 20. und 21. April 2016 statt.Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass die Wahl dieses Zeitpunkts ein absichtlicher Hinweis auf die Drogenkultur war!In den Jahrzehnten, seit diese Zahl bei den Waldos verwendet wurde, hat sie sich langsam, aber sicher in den Mainstream geschlichen.Die Huffington Post schreibt: „Als das kalifornische Parlament 2003 das Gesetz über medizinisches Marihuana verabschiedete, das nach einem Referendum erforderlich war, trug der Gesetzentwurf die Bezeichnung SB420.„Wir glauben, dass ein Mitarbeiter von Mark Leno, dem Hauptförderer des Gesetzes im kalifornischen Parlament  dies getan hat, aber niemand hat das je zugegeben,“ meint Steph Sherer, der Leiter der Cannabis-Legalisierungsorgansiation Americans for Safe Access, die damals für das Gesetz geworben hat.Mitarbeiter des kalifornischen Parlaments, die auf diese Geschichte angesprochen wurden, meinten, dass die Bezeichnung 420 auch für sie ein Rätsel bliebe.“

420 gelangt in den Mainstream

Ebenso wie Cannabis immer mehr Mainstream wird, trifft dies auch für 420 zu.Die Zahl tauchte in verschiedenen Filmen und Sendungen auf.Einige (aber nicht alle, wie ein beliebter Mythos will) Uhren in dem Film Pulp Fiction stehen auf 04.20 Uhr.Die Toranzeige in der Filmkomödie „Ich glaub’, ich steh’ im Wald“ gibt einen Football-Spielstand von 42-0 an.Eine Episode der Comic-Serie „Family Guy“, in der es um Cannabis geht, trägt den Titel „420“. Es gibt eine Band mit dem Namen 420, Alben und Playlists mit der Bezeichnung 420 und ein wirklich bezauberndes kleines Buch mit dem Titel ‚The 420 Code‚ das fast schon als Tao der Kiffer gelten kann.

Die Nike SB Dunk High SkunksDie Nike SB Dunk High Skunks

Die Zahl ist auch zu so etwas wie einem sich selbst verbreitenden Mythos geworden. In den Craiglists werden zahlreiche Unterkünfte und Mitbewohner gesucht, die „420-tolerant“ sind. Das Meilenschild 420 auf der amerikanischen Interstate 70 wurde schon so oft gestohlen, dass das Verkehrsministerium in Colorado schließlich ein Zeichen für „Meile 419,99“ montierte. Als der Rapper Snoop Dogg kürzlich aus Versehen behauptete, in Bogata, Rumänien, zu sein, und nicht in Bogota, Kolumbien, wurde ein Foto mit dem Zaun (und der Nummer) des Hauses 420 aus diesem kleinen Dorf vielfach geteilt.

Vielleicht liegen die von 420 inspirierten Sportschuhe von Nike am meisten im Mainstream.Die Nike SB Dunk High Skunks wurden am 20. April 2010 vorgestellt.Sie weisen zwei Töne von grünem Wildleder auf, einen purpurfarbenen Nike-Swoosh und eine Innensohle mit dem Bild eines Stinktiers – ein weiterer „Code“ für Cannabis, der jetzt so verbreitet ist, dass er kaum noch als geheim gelten kann.2013 folgten ihnen die LeBron 9 „420“-Modelle mit einem psychedelischen Cannabisblatt-Stoff. Gerüchte wollen wissen, dass dieses Jahr am 20. April ein weiteres, von Hanf inspiriertes Modell vorgestellt wird.

420-Veranstaltungen im Jahr 2016

Die folgende Aufstellung umfasst bei Weitem nicht alle 420-Veranstaltungen des Jahres 2016, aber genug, um einen Überblick über die globale Verbreitung dieser kombinierten Feier- und Protestveranstaltungen zu bieten. Die Veranstaltungen werden in der Folge ihrer Durchführung genannt. Wir fragen uns nur, ob es wirklich jemand schafft, an jedem genannten Datum an einer dieser Veranstaltungen teilzunehmen.

Auf dem Rådhuspladsen in Aarhus (Dänemark) findet am 20. April ein 420 Meet Up statt.

In Jerusalem findet am 20. April ein Cannabis-Picknick statt.

In Tokyo, Japan, gibt es am 1. Mai einenMarihuana-Marsch.

Kapstadt ist am 7. Mai der Ort eines Cannabis-Legalisierungsmarschs.

In Wien (Österreich) wird am 14. Mai der Hanf Wandertag veranstaltet.

In Lüttich (Belgien) findet am 28. Mai der Globale Marsch für die Legalisierung von Cannabis statt.

In Prag (Tschechische Republik) gibt es am 7. Mai den Millionen-Marihuanamarsch.

Frankreich ist am 7. Mai der Schauplatz von fünf Veranstaltungen und am 14. Mai einer weiteren Veranstaltung in Paris.

In Deutschland sind zwischen dem 23. April und dem 21. Mai nicht weniger als 25 Veranstaltungen geplant.Auf nach Deutschland!

In Turin (Italien) gibt es am 7. Mai einen Protestmarsch, und einen weiteren in Rom, dessen Datum aber noch nicht festgelegt wurde.

In Amsterdam (wo sonst?) gibt es am 20. April um 16.20 Uhr im Open Air-Theater im Vondelpark eine Veranstaltung.

In Großbritannien werden ab dem 17. April mehrere Veranstaltungen durchgeführt: Das Hempstock-Happening in Glasgow am 20. April aus Anlass des fünften Jahresmarsches (zeitgleich mit der 420-Rally im Hyde Park in London), der sechste Jahres-Cannabismarsch am 7. Mai in Cardiff, und sogar in der etwas kleineren Stadt Sunderland findet am 28. Mai die erste Jahresveranstaltung statt.

GMM Flyers - Sensi-Seeds

In Belfast gibt es am 20. April den 420 Smokeout. Die Kostümprämierung ist ein toller Ansporn für die Kreativität.

In Toronto (Kanada) finden am 20. April ein Marsch und ganztägig Veranstaltungen statt.Die Stadt ist am 7. Mai ferner mit dem Toronto Global Marihuana-Marsch aktiv.Vancouver, wo 1995 angeblich die erste Feier zum 20. April stattfand, ist Schauplatz von zwei Veranstaltungen: Der 420 Vancouver Beach-Party und dem 420 Vancouver in der Art Gallery.

In den Vereinigten Staaten haben bislang 16 Städte 420-Veranstaltungen, Cannabis-Märsche oder beides angekündigt.

San Juan (Puerto Rico) veranstaltet am 20. April die Free Juana Rally.

In Australien gibt es in Victoria am 20. April die Free Cannabis Rally und am 30. April und 1. Mai in Nimbin den MardiGrass, in dessen Rahmen am 30. April der Globale Cannabis-Marsch stattfindet.

Lima (Peru) ist am 7. Mai Schauplatz des La Marcha Mundial de la Marihuana.

Uruguay veranstaltet am 7. Mai den Local de la Marcha Mundial de la Marihuana.

In Mexiko gibt es am 7. Mai La Marcha del Día Mundial por la Liberación de la Mariguana.

In Neuseeland gibt es am 7. Mai zahlreiche Veranstaltungen.

La Paz (Bolivien) ist am 7. Mai Ort der Hijas de la Pachamama.

In Brasilien werden während des Aprils und Mais zahlreiche Veranstaltungen stattfinden.

In Bukarest (Rumänien) wird vom 14. bis zum 15. Mai ebenfalls eine 420-Veranstaltung durchgeführt (vielleicht in der Hoffnung, Snoop Dogg doch noch anzulocken).

Kolumbien, das den Status „Snoop Dogg war hier“ bereits erreicht hat, veranstaltet am 29. Mai den Carnaval Cannabico.

Und welche 420-Veranstaltungen gibt es 2016 in deiner Nähe? Teile uns in den Kommentaren mit, was du von 420 hältst. Ist es ein wichtiges Datum, ein überholtes Konzept, nur ein Vergnügen oder eine historische Veranstaltung? Teile auch deine Veranstaltungspläne und schau bald in unseren Blog, um zu sehen, was es bei Sensi Seeds Neues gibt.

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