2c-B

Wirkungsweise:

Teilweiser Agonist für 5-HT2 (5-HT2A und 5-HT2C) Serotonin-Rezeptoren und al-Adrenozeptoren; bei 10-6M, wirkte 2C-Bauch als ein konkurrenzfähiger 5-HAT Antagonist, bei höheren Konzentrationen (2.8×10-5M) jedoch wirkte es als nicht konkurrenzfähiger 5-HAT Antagonist.


Übersicht:

2C-B (4-bromo-2,5-dimethoxyphenethylamin) ist eine psychedelische Droge der 2C Familie, ein Entaktogen (wörtlich: Das Innere berührend). Sie wurde zuerst von Alexander Shulgin 1974 synthetisiert. In seinem Buch  „PIHKAL – A Chemical Love Story“  ist  als Dosierung 16-24 mg angegeben. 2C-B wird als weißes Pulver verkauft, manchmal aber auch als gepresste Tabletten oder Gel-Kapseln. Es wird gewöhnlich oral eingenommen, manchmal aber auch geschnupft.


Nebenwirkungen

2C-B wird im Untergrund hergestellt, weshalb die Konsumenten oft nicht die richtige Dosierung kennen, und meist von der Wirkung der Droge überrascht sind. Konsumenten von relativ niedrigen Dosen von 2C-B, die MDMA-ähnliche Wirkungen erwarten, können eher mit Angst auslösenden, LSD-ähnlichen Halluzinationen rechnen. Personen die 2C-B schnupfen, berichten über einen extremen Schmerz in den nasalen Passagen, der bis zu 30 Minuten nach der Einnahme anhalten kann. Andere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Muskelkrampf und Klaustrophobie (Platzangst). Orale Einnahme hat oft gastrointestinalen Stress und vermehrte Schleimproduktion zur Folge, die Husten verursachen können. Im September 1998 berichtete das „Journal of Analytical Toxicology“, dass sehr wenige Daten über die Eigenschaften, den Stoffwechsel und die Toxizität  von 2C-B bekannt sind. Die Beziehung zwischen Konsum, Krankheit oder Todesfällen ist unbekannt (NDIC, 2001).


Wahrnehmung

In niedrigeren Dosen (5–15 mg) erzeugt 2C-B einen entaktogenen Effekt mit wenigen oder gar keinen Halluzinationen. Benutzer berichten von einem Gefühl „im Einklang mit sich selbst“ zu sein. Auch werden von einigen über erotische Sinneswahrnehmungen berichtet.

In höheren Dosen (15–30 mg) erzeugt 2C-B intensive optische Halluzinationen. Sich bewegende Objekte erzeugen einen „Nachzieheffekt“. Oberflächen erscheinen unter Umständen bedeckt von geometrischen Mustern und scheinen sich zu bewegen oder zu „atmen“. Farben erscheinen wie aus dem Nichts.

Oft kommt es unter Einfluss von 2C-B zu Synästhesien vor allem mit Musik. Musik kann die optischen Halluzinationen durch 2C-B beeinflussen und eine Veränderung der Muster, Farben und Bewegungen hervorrufen. Benutzer berichten häufig, dass sie die Musik „sehen“ können. Überdosierungen werden teilweise mit einer „ozeanischen Selbstauflösung“ beschrieben.

Die visuellen Effekte von 2C-B können wesentlich intensiver sein als diejenigen von LSD oder Psilocybin. Trotzdem berichten Benutzer dabei einen verhältnismäßig „klareren Kopf“ zu haben (verglichen mit anderen psychoaktiven Drogen).

2C-B scheint bei richtiger Dosierung ein sehr wirksames Aphrodisiakum zu sein. Shulgin schreibt in PIHKAL: „ Sollte jemals ein wirksames Aphrodisiakum gefunden werden, wird es wahrscheinlich strukturell dem 2C-B entsprechen.


Suchtpotential:

keines

Dokumentierte Notfälle pro Jahr:

unbekannt

Wichtige Hinweise

Mit Research Chemicals (auch RC oder „Designer Drogen“) werden auf chemischen Weg produzierte psychoaktive Substanzen bezeichnet, deren molekularer Aufbau Ableitungen von vorhandenen (meist illegalen) Substanzen sind oder völlig neue chemische Strukturen darstellen, die bekannte Wirkungen anderer Drogen simulieren und häufig als legaler Ersatz für bekannte verbotene Substanzen vermarktet werden. Man kann Research Cemicals (RC) in RC-Shops per Bestellung im Internet kaufen. Oft werden sie unter Begriffen deklariert wie Dünger für Kakteen oder als Badesalz um handelsfähig zu sein und bestehende Gesetze zu umgehen. Häufig wird der Begriff  ”Research Chemical” mit halluzinogenen Substanzen in Verbindung gebracht, es kann sich aber um beliebige Wirkstoffgruppen handeln  wie beispielsweise Stimulanzien, Empathogene, Entaktogene, etc.. Der eventuell legale Status impliziert bei vielen Interessenten eine trügerische Sicherheit. Fakt ist aber, dass diese Research Chemicals unkontrolliert in den Handel kommen und keine Garantie über Reinheit und Zusammensetzung vorliegt. Auch die wichtigen Informationen über die richtige Dosierung der Research Chemicals fehlen überwiegend. Die meisten dieser RC´s sind kaum erforscht, über Wirkungen und Risiken sind nur wenige Fakten bekannt. Bei dem Konsum von Research Chemicals betritt man Neuland  und sollte zwingend einige grundlegenden Regeln beachten:

  • Beachtung der körperlichen und mentalen Verfassung, der Umgebung und der richtigen Dosierung
  • Wenn es irgendwie möglich ist, die Substanz analysieren lassen.
  • Antesten = erst kleine Mengen konsumieren, Zeit vergehen lassen und die Wirkung abwarten.
  • Beim Ausbleiben der Wirkung nicht nachdosieren
  • Mischkonsum verschiedener Substanzen vermeiden

Rechtlicher Status

Seit März 2001 ist 2C-B durch den Suchtstoffkontrollrat der UNO im Schedule II der Konvention über Psychotrope Substanzen aufgeführt und damit praktisch weltweit illegal.

Deutschland

Illegal. Es ist in der Anlage I BtmG aufgeführt.  Siehe unter Bromdimethoxyphenethylamin (BDMPEA)

Japan

Illegal seit 1998

Niederlande

Illegal seit 1997

USA

2C-B wurde am 6. Januar 1994 durch die DEA über ein Eilverfahren in Schedule I des Controlled Substances Act aufgenommen – dieser Klasse entsprechen Stoffe mit hohem Missbrauchspotenzial und ohne nachgewiesenem medizinischen Nutzen. Seitdem ist es in den USA illegal, 2C-B zu besitzen oder zu verkaufen. Seit dem 2. Juni 1995 ist es permanent in Schedule I.

Bezugsquellen

Bezugugsquellen werden rein exemplarisch angegeben und werden nur zur Information angezeigt:

Internetshop

Literatur

Alexander Shulgin, Ann Shulgin: PIHKAL – A Chemical Love Story Transform Press, ISBN 0-9630096-0-5

Tihkal: A Continuation: The Continuation

Nadja Wirth: Ecstasy – Mushrooms, Speed & Co. Das Info-Buch Econ Taschenbuch, ISBN 3-548-75061-3

Pharmacology and Abuse of Cocaine, Amphetamines, Ecstasy and Related Designer Drugs: A comprehensive review on their mode of action, treatment of abuse and intoxication


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