2. Gattung Panaeolus Düngerling

Wie schon der Name sagt, wachsen viele Arten sowohl in Europa, als auch in den Tropen bevorzugt auf Dung verschiedener Tiere. Die Ausbreitung der Weidewirtschaft brachte auch hier eine starke Vermehrung solcher Arten. Daneben sind manche auch auf gedüngtem Boden anzutreffen und zersetzen hier Grasreste (Gartz 1999). Wie auch schon in der Gattung Psilocybe sind nur einige Arten psychoaktiv. Viele Behauptungen von Olah (1999), die sich auch in neuerer Literatur wiederfinden (Stamets 1999), resultieren aus der beschriebenen, unspezifischen Analysetechnik und sind heute nicht mehr haltbar. Alle Arten entfalten als Besonderheit Serotonin, das aber oral ohne jede Wirkung bleibt (Gartz 1999). Dieses wurde in den frühen Untersuchungen oft fälschlicherweise als Psilocin interpretiert!

Panaeolus-Arten haben als Charakteristikum schwarzgefleckte Lamellen, was aus der zeitlich unterschiedlichen Reifung der schwarzen Spo

ren resultiert. Nur der inaktive Heu-Düngerling hat braungefleckte Lamellen und wird dadurch oft in die differente Gattung Panaeolina eingeordnet.

2.1 Panaeolus subbalteatus (B. et BR.) SACC.

Panaeolus subbalteatus

Der Gezonte oder Dunkelrandige Düngerling ist die einzige einheimische Art, die in jedem Pilz Psilocybin und andere Indole bildet (Gartz 1999).

Der Pilz wurde erstmals 1861 aus England beschrieben und kommt überall in Europa vor. Die beiden anderen, für Europa angegebenen Arten Panaeolus fimicola und Panaeolus semiovatus, enthalten nach langjährigen, eigenen (J.G.) Analysen kein Psilocybin und werden an anderer Stelle unkritisch und ohne Eigenerfahrung des Autors, in Europa erwähnt

(Stamets 1999).

Auch Panaeolus subbalteatus hat eine Vorgeschichte der Verwechslung mit Speisepilzen in den USA, England und in Leipzig 1970.

Im letzteren interessanten Fall erschienen die Pilze in künstlich angelegten Standorten zur Zucht des Riesen-Träuschling auf Stroh vor den Speisepilzen und wurden verkannt und verzehrt (Gartz 1999). Die Art wächst auf verschiedenen Kompostarten, auf Stroh und ist in den USA auf riesigen Sammelplätzen von gemähtem Gras zu finden. Das Aquarell (Bild 6) aus dem erwähnten Pilzbuch von 1927 (Gartz 1999) ist sehr typisch.

Die lange braun und feucht bleibende Randzone, die dem Pilz den Namen gibt, ist auf dem Bild sehr gut zu erkennen. Die folgende historische Beschreibung aus dem gleichen Buch, ist auch heute noch eine der besten in der deutschen Literatur, wenn man zusätzlich erwähnt, dass selten auch eine meist schwache Blauung der Stiele, besonders an der Basis nach Druck zu beobachten ist. Noch seltener sind schwache, bläuliche Flecke auf alten Hüten. Durch die braune Farbe der

feuchten Pilze ist die Blauung leicht zu übersehen. Die in der Literatur betonte stärkere Blauung (Stamets 1999) wurde gelegentlich nur in Amerika und in einer Aufsammlung aus Schottland beobachtet (Gartz 1999)

Der Psilocybingehalt ist variabel, Tabelle 6 enthält einige typische eigene Analysen (Gartz 1991; 1999).

Tabelle 6: Inhaltsstoffe in getrockneten Pilzen der Panaeolus subbalteatus (%)

Der Harnstoff wirkt als Inhaltsstoff zwar banal, erscheint aber bei der Detektion der anderen, indolischen Inhaltsstoffe mit dem Sprühreagenz als gelber Fleck. Er hat auch eine gewisse chemotaxonomische Bedeutung, da er unter den hier erwähnten Gattungen nur noch bei Pluteus-Arten vorkommt, die aber kein Serotonin bilden. So gibt auch die chemische Analyse eindeutige Hinweise.

mit freundlicher Genehmigung von Hartwin Rhode „Entheogene Blätter“

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