Cannabis, Marihuana, Hanf

Wirkungsweise

Cannabis bindet sich an die Cannabinoid Rezeptoren im Gehirn und aktiviert diese.

Übersicht

Cannabis oder Marihuana ist eine Gattung von blühenden Pflanzen, die eine oder mehrere Arten umfasst. Man glaubt, dass die Pflanze in Zentralasien, China und dem nordwestlichen Himalaya einheimisch ist. Der allgemeine Name für Cannabis ist Hanf, obgleich Hanf meistens nur die Sorten bezeichnet, die für die industrielle Fasergewinnung angebaut werden. Cannabis produziert eine Familie von Substanzen, die Cannabinoide, von denen mehrere bei Einnahme mentale und/oder physiologische Wirkungen zeigen. Die rohe Droge ist in der Form von getrockneten Blüten und Blättern, als Harz (Haschisch), und verschiedener Extrakte erhältlich.

Cannabis hat ein geringes Suchtpotential verglichen mit anderen Drogen, weil der Entzug nur milde oder überhaupt keine Symptome zeigt. THC, der Hauptwirkstoff von Cannabis, wird vom Köper sehr langsam ausgeschieden, es verweilt für Tage nach dem Aufhören der psychoaktiven Wirkung im Körper. Dadurch erfahren die Gehirnzellen keinen plötzlichen abrupten THC Entzug, sie vermissen Cannabis nicht plötzlich. Man nimmt an, dass diese langsame Ausscheidung von THC für die milden bis fehlenden Entzugssymptome und das geringe Auftreten einer Cannabissucht verantwortlich ist. Wenn man jedoch annimmt eine Cannabisabhängigkeit ausgebildet zu haben, gibt es Marihuana Rehabilitationszentren, die spezifische Entzugsbehandlungen durchführen können.

Cannabis und temporärer Gedächtnisverlust

Cannabis ist mit kurzfristigem Gedächtnisverlust wegen der Konzentration von Cannabinoid Rezeptoren im Hippocampus (im zentralen Gehirn) verbunden. Studien haben einheitlich einen signifikanten kurzfristigen Verlust von Erinnerungen an Zahlenreihen und verbalen Nachrichten bestätigt, nicht aber für wichtige Ereignisse oder sachliche Fakten. Die Effekte von Cannabis sind gewöhnlich milde. Obgleich statistisch wichtig, scheint der Umfang einer eventuell auftretenden Schädigung sowohl von der Dosierung als auch von der Toleranz des Konsumenten, seinen persönlichen Charakterzügen und den Umständen abzuhängen, unter denen Cannabis eingenommen wurde.

Cannabis kann kleine Irritationen der zeitlichen Wahrnehmung, verbaler Erinnerung und ähnlichen Faktoren vermehren, aber nicht von wichtigen Vorgängen oder Erfahrungen. Bei regelmäßigem Gebrauch von Cannabis, hat eine akute Berauschung mit der Droge eine geringe Wirkung auf die Leistung. Cannabinoide scheinen kurzfristiges Erinnern zu stören, indem sie in das Sortieren der Information eingreifen. Ein größeres Volumen von Information erreicht das Bewusstsein und überwältigt dessen Fähigkeit, diese Information richtig in der Erinnerung aufzubewahren.

Cannabis und die Lungen

Es gibt widersprüchliche Forschungsergebnisse zur Frage, ob Cannabis die Gefahr von Lungenkrebs erhöht. Eine Studie der kanadischen Regierung befand, dass Cannabisrauch mehr schädigende Toxine als Tabakrauch enthält. Sie fanden, dass zwanzig Mal so viel Ammonium (mit Krebs verbunden), fünf Mal so viel Blausäure und Stickstoffoxide (jeweils mit Herz und Lungenschaden verbunden) durch Cannabisrauch in die Lunge gelangen. Der Cannabisrauch ist außerdem schädigender als der Tabakrauch, da er länger in den Lungen gehalten und tiefer inhaliert wird. Es ist jedoch auch Fakt, dass ein Tabakraucher durchschnittlich mehr raucht als ein Cannabisraucher.

Nach einem Studium an der UCLA (Universität von Kalifornien, Los Angeles) scheinen langfristige, sogar starke Marihuana Raucher keine erhöhte Gefahr für Lungenkrebs ausbilden. Sie scheinen auch keine erhöhte Gefahr für Kopf- und Halskrebs – wie Krebs der Zunge, des Mundes, der Kehle oder des Ösophagus – zu entwickeln. Diese Ergebnisse überraschten die Forscher, weil das Rauchen einer Marihuanajoints vier Mal so viel Teer in der Lunge deponiert als eine entsprechende Menge von Tabak. Da Marihuana loser als Tabak gewickelt wird, findet durch die Zigarette selbst nur eine geringe Filtrierung statt, so dass mehr Partikel inhaliert werden. Marihuana Raucher halten ihren Atem auch etwa vier Mal so lange in der Lunge, was das Deponieren von mehr Partikeln erlaubt. Derzeit können Forscher nicht erklären, warum keine erhöhte Gefahr für Lungenkrebs bei Marihuana Rauchern besteht; weitere Studien sind notwendig.

Cannabis kann auch oral konsumiert werden. THC wird  oft von Cannabis extrahiert, indem das Pflanzenmaterial in Butter gekocht wird. Der Eintritt der Wirkung bei oraler Einnahme beginnt nach ca. einer Stunde und kann lange anhalten, während die Wirkung beim Rauchen fast eintritt. Deshalb ist es schwieriger bei oraler Anwendung, die gewünschte Wirkung genau zu bemessen.

Sucht erzeugendes Potential

Niedriges

Rechtlicher Status

Cannabis und deren Extrakte sind fast weltweit illegal. Einige Staaten erlauben den Konsum auf Rezept. In den Niederlanden findet ein halbwegs kontrollierter Zugang über sogenannte Coffeeshops statt, der aber immer weiter reglementiert wird und bald für Ausländer nicht mehr zugänglich ist.

Literatur

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