12 Punkte, die bei einem legalen Anbaubetrieb zu beachten sind – Teil 3

Anbaubetrieb In den beiden ersten Teilen hat James Burton erläutert, wie man einen staatlich kontrollierten Anbaubetrieb führt, so wie er es 2003 getan hat. In diesem Teil erklärt Burton, wie Cannabis nach der Ernte verarbeitet wird. Dieser Teil geht auch auf eine wissenschaftlich getestete Methode ein, mit der die THC-Konzentration bis zu 15 % erhöht werden kann.

12-Point-Legal-Growing-Sensi-Seeds

Im Jahr 2003 hatte James Burton die Möglichkeit, in den Niederlanden einen legalen Anbaubetrieb für medizinisches Cannabis zu errichten und zu führen, der SIMM genannt wurde. In dieser dreiteiligen Serie teilt der sachkundige Grower mit, wie man dort einen legalen Cannabis-Anbaubetrieb fachmännisch führt.

Sehen Sie sich James Burtons Geschichte hier an [Video].

In Teil 1 hat sich Burton hauptsächlich mit dem Management des Standorts, der Sicherheit und der Mitarbeiter befasst. In Teil 2 ging es um den Anbauprozess. Und in diesem abschließenden Teil erklärt er, wie man die Ernte verarbeitet. Außerdem erläutert Burton hier eine Methode, wie Sie die THC-Konzentration in Ihren Pflanzen um 5 bis 15 % erhöhen können; dieses Verfahren wurde von der unabhängigen Forschungsorganisation TNO für SIMM getestet und dokumentiert.

Möchten Sie mehr über das staatlich kontrollierte medizinische Cannabisprogramm der Niederlande wissen? Schauen Sie einfach diese Serie an!

TEIL 3 EINER 3-TEILIGEN SERIE

In der ersten Phase der Verarbeitung werden die Fächerblätter entfernt.  Gleichzeitig sollten Sie alle Pflanzen oder Blüten aussortieren, die beschädigt sind oder den Qualitätsanforderungen nicht genügen.

Dann sollten die Pflanzen unter kontrollierten Umweltbedingungen mit den Köpfen nach unten zum Trocknen aufgehängt werden.  Die Pflanzen sollten überwacht und die Bedingungen der Trocknung aufgezeichnet werden.

Cannabispflanzen sollten mit dem Kopf nach unten aufgehängt werden, damit sie richtig trocknen.Cannabispflanzen sollten mit dem Kopf nach unten aufgehängt werden, damit sie richtig trocknen.

Bei der Ankunft in der Verarbeitungsanlage muss das geerntete Cannabis sofort ausgeladen und ausgepackt werden. Vor der Verarbeitung müssen die Pflanzen vor direkter Sonneneinstrahlung und vor einer Verunreinigung mit anderen Stoffen geschützt werden.

Falls die Trocknung im Freien stattfindet, muss das Cannabis in einer dünnen Schicht ausgebreitet werden. Um sicherzustellen, dass die Luft angemessen zirkulieren kann, müssen die Trocknungsgestelle in ausreichendem Abstand vom Boden aufgestellt werden. Es sollte vermieden werden, die Pflanzen direkt auf dem Boden zu trocknen oder sie dabei dem direkten Sonnenlicht auszusetzen.  Bemühen Sie sich, das Cannabis möglichst gleichmäßig zu trocknen; so kann Schimmelbefall vermieden werden.

Empfehlenswert ist ein Bodenabstand von einem Meter. Auf diese Weise können Sie einen „Luft-Tunnel“ am Boden der Trocknungscontainer erzeugen. So können Sie auch trockene, warme Luft (wärmer als die Außentemperatur) durch die Container blasen, die dann allmählich zur Abluftanlage aufsteigt und die Feuchtigkeit abführt.

SIMM empfiehlt eine Trocknungszeit von mindestens drei Monaten, damit das Chlorophyll genügend Zeit hat, sich aufzulösen. Dies bewirkt, dass die Pflanze den durch das Chlorophyll bedingten Geschmack nach „Grünzeug“ verliert, wodurch das Aroma wesentlich verbessert wird.  Zudem benötigen manche Terpene Zeit zu reifen oder sich umzuwandeln.

Einige Cannabisanbaubetriebe trocknen das Cannabis innerhalb von sieben Tagen, was zu einem schlechten Geschmack und einer unregelmäßigen Verbrennung führt.

Außerdem benötigen Sie die Genehmigung Ihrer kommunalen Verwaltungsbehörde, um Cannabisabfälle im Müll entsorgen zu können.

Wenn Ihr Cannabisabfall 80 Kilogramm erreicht oder überschritten hat, muss er nämlich ordnungsgemäß von der Kommune vernichtet werden.

Alle Abfallbehälter für Cannabis – ob im Gebäude oder außerhalb – müssen verschlossen und von Kameras überwacht werden.

Darüber hinaus sollte die Menge des Cannabisabfalls in jedem Behälter registriert werden.


Die Pflanzen müssen vor Beginn der sekundären Verarbeitung 48 Stunden lang angefeuchtet werden. Das trägt dazu bei, Verluste in Grenzen zu halten. Hierzu können Sie warme Luft mit hohem Feuchtigkeitsgehalt für die Dauer von 48 Stunden in die Trocknungscontainer pumpen. Dadurch werden die Zweige und Buds schlaff und gummiartig, was dazu führt, dass weniger Harzdrüsen abfallen.

Zudem kann man die Zweige und Buds leichter abschneiden.

Im Trimmraum muss eine Überdruckbelüftung vorhanden sein. Um einen Überdruck herzustellen, müssen Sie ein Hochdruck-Belüftungssystem für den Raum installieren.  Beim Öffnen der Tür werden so Luft und Schmutzpartikel aus dem Raum herausgetragen, und aufgrund des erhöhten Luftdrucks können weder Schmutz noch Bakterien von außen in den Raum dringen.

Der Trimmraum sollte gereinigt und sterilisiert werden, bevor Sie das Material hineinbringen. Auch am Ende des Arbeitsprozesses sollte der Raum gereinigt und sterilisiert werden.

Im Trimmraum sind keine Holzprodukte erlaubt, denn Holz fördert das Bakterienwachstum und ist nicht gerade leicht zu reinigen.   Zudem könnten versehentlich Holzspäne oder -splitter in das Produkt gelangen.  SIMM hat daher ausschließlich Gummipaletten benutzt.

Straßenschuhe, Lebensmittel oder Mobiltelefone sind in den Verarbeitungsbereichen ebenfalls nicht gestattet.

Die Trimmer müssen Toilettenmarken, Schutzkleidung, Haarnetze, Überschuhe und Gummihandschuhe tragen. Bei SIMM wurde eine Toilettenmarke benutzt, die alle Mitarbeiter auf ihren Arbeitskitteln tragen mussten, um sie daran zu „erinnern“, ihre Hände zu waschen.   Diese Marke wurde automatisch aktiviert, wenn der Mitarbeiter einen Toilettenraum betrat. Vor dem Verlassen der Toilette musste der Mitarbeiter am Waschbecken stehen und das Wasser mindestens 20 Sekunden laufen lassen, bevor die Marke wieder deaktiviert wurde.

Wenn er nicht zum Waschbecken ging und die Marke nicht deaktiviert wurde, wurde nach dem Verlassen der Toilette ein Alarm ausgelöst.

Trimmer, die krank sind oder Schnittwunden an den Händen haben, dürfen den Trimmraum nicht betreten.

(Foto: Jock Fistick)In diesem Raum dürfen sich nur die Trimmer und ein Vorgesetzter aufhalten. (Foto: Jock Fistick)

Die Trimmer sind verpflichtet, sich und ihre Werkzeuge regelmäßig zu reinigen.

Im Trimmraum sollten Kameras und Beobachtungsfenster angebracht werden, sodass Sie die Arbeitsabläufe der Trimmer von außerhalb des Raums aus überwachen können.

Die Pflanzen sollten in handliche Stücke zerschnitten werden, sodass sie leicht bearbeitet werden können, und in große, saubere, gekennzeichnete Plastikbehälter mit Deckeln gelegt werden, um eine Kontamination zu verhindern. Diese Behälter werden dann gewogen und registriert. Die Behälter sollten in den Trimmraum getragen und in Regalfächer gestellt werden. Während der Trimmprozedur sollte der Vorgesetzte die Buds begutachten und kontrollieren.

Der Trimmer sollte sodann den Behälter wiegen und das Gewicht in seinen Bericht eintragen.

Wenn das Trimmen abgeschlossen ist, müssen die Inhalte eines jeden Behälters – sowohl das brauchbare Produkt als auch der Abfall – gewogen, registriert und danach an den dafür vorgesehenen Orten gelagert werden.


Um das Produkt zu schützen und das Risiko eines Schädlingsbefalls zu vermindern, ist es ratsam, das Produkt möglichst schnell zu verpacken.

Bei den folgenden Arbeitsabläufen, die durch Kontrollen ständig überwacht werden sollten, wird das Produkt in neue, saubere und trockene Beutel verpackt.  Das Etikett muss klar erkennbar, haltbar befestigt und aus ungiftigem Material gefertigt sein. Die Beutel müssen deutlich mit der Chargen-Nummer und der Nummer des Beutelzählers gekennzeichnet sein. Außerdem sollten die Beutel über ein Label verfügen, das Auskunft über die Cannabinoid-Konzentrationen gibt, und auf einem weiteren Label sollte bestätigt werden, dass das Produkt aufgrund von Tests frei von Pestiziden ist.  Diese Beutel sollten dann in lichtundurchlässige Thermobeutel vakuumverpackt und mit Sicherheitsklebeband versiegelt werden.

Die Verpackungsmaterialien müssen an einem sauberen und trockenen Ort aufbewahrt werden, der frei von Schädlingen und für (Haus-) Tiere unzugänglich ist. Es muss gewährleistet sein, dass durch den Gebrauch der Verpackungsmaterialien keine Verunreinigung des Produkts auftritt.

Jede Cannabispackung sollte mit ihrer Chargen-Nummer registriert werden. Alle Cannabisabfälle, die im Verpackungsbereich entstehen, sollten gewogen und registriert werden.  Um Verunreinigungen möglichst zu vermeiden, sollte nur ein Mitarbeiter die abschließende Inspektion des Cannabis durchführen und das Produkt verpacken.

Der Verpackungsraum sollte ebenfalls über ein Überdruck-Belüftungssystem verfügen.

Der Verpackungsraum darf nur vom Verpacker und dem Betriebsleiter betreten werden.

Zudem sind im Verpackungsraum keine Straßenschuhe erlaubt; es müssen Überschuhe aus Gummi getragen werden. Diese werden entsorgt, wenn Sie den Raum verlassen, und bevor Sie ihn wieder betreten, müssen neue Überschuhe übergestreift werden.

Beim Testverfahren werden von jeder Chargen-Nummer 10 Proben zu je einem Gramm entnommen. Diese Tests informieren Sie über den prozentualen Anteil an Cannabinoiden und über den chemischen Fingerabdruck.  Die Proben werden auch auf Pestizide, die Anzahl der Bakterien und auf den Feuchtigkeitsgehalt getestet.

(Foto: Jock Fistick)James Burton im 2003 (Foto: Jock Fistick)


Verpacktes, getrocknetes Cannabis sowie ätherische Öle sollten in einem trockenen, gut belüfteten Gebäude gelagert werden, in dem sich die täglichen Temperaturschwankungen in Grenzen halten und eine ausreichende Luftzufuhr sichergestellt ist.

Frische Produkte sollten zwischen 1°C und 5°C gelagert werden, während tiefgekühlte Produkte langfristig unter -20°C gelagert werden sollten.

Im Falle eines Transports großer Mengen ist es wichtig, für ein trockenes Milieu im Transportraum zu sorgen. Daher ist der Einsatz von ausreichend belüfteten Transportfahrzeugen und anderen belüfteten Einrichtungen zu empfehlen. Beim Transport von ätherischen Ölen müssen die entsprechenden Vorschriften befolgt werden.  Darüber hinaus sind die nationalen Transportbestimmungen zu beachten. So benötigen Sie in den Niederlanden eine „Opium-Genehmigung“ für den Transport von Cannabis.


Mit dem folgenden Tipp verabschiede ich mich von Ihnen. Eine spezielle SIMM-Studie, die durch die Forschungsorganisation TNO verifiziert wurde, hat bewiesen, dass Sie den THC-Anteil Ihrer Pflanzen je nach Cannabissorte um 5 bis 15 % erhöhen können. Das können Sie erreichen, indem Sie die Pflanzen vor der Ernte 72 Stunden in völlige Dunkelheit stellen, und zwar ohne Wasser, dafür aber mit intensiver Belüftung.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.